Anspruchsdenken stoppen und Ihr Leben leichter machen

Anspruchsdenken

Anspruchsdenken ist leider immer noch Teil einer auf bürokratischen und hierarchischen Denkweisen aufgebaute Welt. Für mich ist es immer noch eine der Hauptursachen für so viel Unzufriedenheit und Frustration im Berufs- sowie im Privatleben. Es ist eine Denkweise und ein Verhalten.

Was genau bedeutet Anspruchsdenken?

Mann erwartet (hat Anspruch darauf), dass immer zuerst andere etwas einem geben. Andere sollen sich um einen kümmern, versorgen,  neue und interessante Chancen und Möglichkeiten anbieten. Mann übernimmt selbst keine oder nur sehr wenig Selbstverantwortung. Mann möchte, dass andere für einen nützlich sind.

Was ist das Gegenteil davon?

Viele nennen es „unternehmerisches Denken“. Mann muss hierfür nicht Selbständig oder gar Unternehmer sein. Auch angestellte Mitarbeiter können „unternehmerisch denken“. Es ist eine Denkweise oder Einstellung. Bei dieser Denkweise übernimmt die Person 100% Selbstverantwortung für alles in ihrem Leben. Und vor allem möchte diese Person immer zuerst nützlich für andere sein – immer zuerst für andere einen Mehrwert kreieren.

Irgendwo auf diesem Kontinuum zwischen diesen beiden Extremen befinden wir uns irgendwo.

Niemand nutzt sicherlich nur 100% die eine oder die andere Denkweise. Wir alle können aber ein wenig bewusster darauf achten, wann und wo wir welche dieser beiden Denkweisen ausleben.

Hier sind die Fragen, die Ihnen dabei helfen können:

  1. Erwarten Sie, dass Ihnen einfach so, nur weil Sie das tun was Sie tun, neue Chancen und Möglichkeiten (und eine bessere Zukunft oder mehr Einkommen etc.) automatisch erhalten (Ihnen gegeben wird, ohne das Sie zuerst Mehrwert für andere kreieren)?
  2. Wollen Sie zuerst etwas erhalten? Sie warten lieber das andere etwas zuerst tun?
  3. Gehen Sie davon aus, dass Sie erst dann neue Chancen und Möglichkeiten (und eine bessere Zukunft oder mehr Einkommen etc.) erwarten, wenn Sie zuerst für andere einen Mehrwert kreieren (ohne das Sie eine Garantie haben, dass das was Sie da für andere kreieren auch funktionieren wird)?
  4. Sie wollen zuerst etwas geben? Sie übernehmen lieber selbst zuerst die Initiative?

Wenn Sie in einer bestimmten Situation auf die ersten beiden Fragen mit „ja“ geantwortet haben, dann ist das ein starker Hinweis auf „Anspruchsdenken“. Und wenn Sie eher auf die dritte und vierte Frage mit „ja“ geantwortet haben, dann ist das ein guter Hinweis für „unternehmerisches Denken“.

Eine Frage der Lebensqualität

In meiner Erfahrung hat sich mittel- bis langfristig gezeigt, dass Menschen mit einem Anspruchsdenken sich in dem was sie machen immer unwohler fühlen. Weil sie sehr passiv sind und meisten einfach nur auf Verbesserung warten. Sie selbst kümmern sich nicht genügend um ihr persönliches Wachstum und darum neue Fähigkeiten sich anzueignen. Das isoliert uns mehr von  Anderen. Denn wer möchte schon gerne mit Menschen zusammenarbeiten, die immer nur „wollen“? Das verhindert gutes Teamwork und Kooperation.

Unternehmerisches denken hingegen fördert das persönliche Wohlbefinden sehr viel besser. Denn dadurch das man selbst die Initiative ergreift, hat man selbst mehr Einfluss auf das eigene persönliche Wachstum und welche neuen Fähigkeiten man sich aneignet. Das verbindet uns mehr mit Anderen. Denn wir alle möchten sicherlich sehr viel lieber mit Menschen zusammenarbeiten, die gerne bereit sind zu „geben“. Das fördert gutes Teamwork und Kooperation.

Ich liebe es, wenn Menschen in meinem Team unternehmerisch denken und Selbstverantwortung übernehmen. Die selbst erkennen, was nicht funktioniert und es richten und wenn sie es nicht hinbekommen, bereit sind davon zu lernen und Hilfe aus dem Team zu holen. Menschen, die mir das Gefühl geben, dass sie doch sehr oft die Kontrolle behalten.

Menschen, die belastende Situationen als eine Wachstums-Chance wahrnehmen und nicht daran verzweifeln. Die beständig stärker und besser werden in dem was sie jeden Tag tun. Denn das wir irgendwann auch dazu führen, das diese Menschen auch mehr Dankbarkeit empfinden. Die das wertschätzen, was sie kreieren und entwickeln.

Denn wirkliches Glück und Zufriedenheit entsteht immer nur dann, wenn wir unseren eigenen Erfolg auch selbst verdient und mit-kreiert haben.

2 wichtige Realitäten

  1. Um eine bessere, schönere, größere Zukunft zu haben, ist es immer zuerst notwendig für anderen einen Mehrwert zu kreieren. Das ist immer der erste wichtige Schritt.
  2. Persönliches Wachstum sowie neue Fähigkeiten kann man sich nur selbst aneignen. Diese beiden Dingen kann man einer Person nicht einfach geben.

Warum haben wir oftmals ein so starkes Anspruchsdenken?

Das hat viel mit dem sozialen Umfeld und der sozialen Konditionierung zu tun. Und doch ist es Anspruchsdenken eine Fiktion, der wir immer noch glauben. Viele glauben immer noch das es Garantien im Leben gibt. Und genau das hat es nie gegeben.

In Deutschland haben wir z.B. den Anspruch auf eine kostenfreie und gleichzeitig hervorragende medizinische Versorgung oder auf eine sehr gute Rente. Aber dieser Anspruch basiert auf den großartigen Arbeit vieler Generationen vor uns. Die gespart und nur sehr wenig in Anspruch genommen haben. Ohne diese Menschen, hätten wir heute nicht diese tollen Auffangsysteme.

Wir denken, wir haben vor allem Rechte

Anspruchsdenken sorgt dafür, dass wir uns vor allem auf unsere RECHTE und nicht so sehr auf unsere VERANTWORTLICHKEIT fokussieren. Natürlich leben wir in einer Gesellschaft die uns eine Menge an tollen Vorteilen und Nutzen bringt. Das finde ich hervorragend und ich nutze diese auch gerne.

Aber ich weiß auch, dass es das Erbe (dass Geschenk) der Menschen ist die vor uns gelebt haben. Ohne sie hätten wir das alles nicht. Sie haben diesen riesigen Wohlstand und diese tollen Fähigkeiten entwickelt und aufgebaut. Es ist ein großartiges Geschenk, aber es ist ein Geschenk aus der Vergangenheit. Und natürlich bin ich sehr dankbar für dieses tolle Geschenk. Aber wenn es um mein Leben geht, dann weiss ich auch, dass nur ich es selbst (mit unternehmerischen denken) kreieren kann. In meinem Leben gibt es nur wenig Anspruchsdenken.

Ein gutes Leben

Anspruchsdenken kreiert kein gutes Leben. Wenn wir immer noch davon ausgehen, ein gutes Leben bedeutet vor allem keine Problem, Hindernisse und Belastungen zu haben und auch selbst keine Verantwortung für unser Leben zu übernehmen, dann wird das nicht funktionieren.

Wir leben heute eindeutig in einer Welt mit sehr viel Überfluss und einem enormen Wohlstand und trotzdem sind so viele Menschen frustriert, enttäuscht und wütend. Weil diese Menschen glauben, dass sie nicht genug „erhalten“ haben. Sie denken sie sollten alles, was sie möchten auch (von anderen) erhalten. Von den Eltern, den Kindern, den Verwandten, den Lehrern, den Freunden, den Nachbarn, den Arbeitgebern, den Kollegen etc.

So viele Menschen haben bereits so viel von Anderen erhalten. Sie sind als Kinder in einem noch nie da gewesenen Wohlstand aufgewachsen. Sie wurden sehr gut versorgt, sie hatten sehr gute Eltern, eine sehr gute Erziehung und sehr gute wirtschaftliche Verhältnisse und trotzdem scheint es so, dass dies nicht dafür gesorgt hat, dass sie dankbar dafür sind.

Menschen die Dinge zu geben, die sie nicht selbst verdient haben, ist ganz eindeutig keine besonders gut Idee. Denn irgendwann erwarten sie, dass es ihr ganzes Leben lang genau so weiter geht.

Erste praktisch umsetzbare Schritte:

  1. Das Wort „sollte“ ist oftmals ein Hinweis auf Anspruchdenken. Z.B.: „Ich sollte das erhalten und nicht er/sie!“ Oder „Er/sie sollte freundlich und nett zu mir sein.“ Sondern fangen Sie an, wie folgt vorzugehen: „Was ist das erste, dass ich tun kann, damit ich das erhalten?“ Oder „Was ist das erste, dass ich tun kann, damit er/sie freundlicher und netter zu mir ist?“
  2. Fokussieren Sie sich darauf, Mehrwert für andere zu kreieren. Fokussieren Sie sich zuerst auf Andere.

Mit Anspruchsdenken ist Ihre ganzer Fokus nur auf Sie selbst und was andere für Sie tun sollten! Fragen Sie sich z.B. lieber: „Wie kann ich in dieser Situation nützlich oder hilfreich sein – was kann ich hierfür tun?“

Lassen Sie uns alle von den Menschen lernen, die am Ende ihres Lebens erkannt haben, das niemand außer sie selbst für ihr Leben verantwortlich war. Warum nicht schon heute mit dieser Einstellung beginnen. Menschen die ein glückliches Leben haben, erkennen das sehr viel früher als Menschen die sehr unglücklich sind.

PS: Hier können Sie mehr erfahren, was Sie selbst pro-aktiv in Bezug auf diese beiden Denkweisen tun können.

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