Interessante Studie – Teil 1

Fantastischleben-Blog von Klaus Pertl – Posted on 

Ich beschäftige mich in den letzten Wochen sehr bewusst mit dem Thema Kooperation versus Kampf. Was ist die beste Strategie, um erfolgreich zu sein?

Und da fand ich im neuen Buch von Lynne McTaggarts: “The Bond – Wie in unserer Quantenwelt alles mit allem verbunden ist” in Kapitel 8 (Gegenseitiges Geben und Nehmen) folgenden Text:

In dem Film “A Beautiful Mind” (Genie und Wahnsinn) sitzt das Mathematikgenie John Nash, gespielt von Russell Growe, etwa im Jahr 1948 mit einigen Kommilitonen in einer Bar in Princeton.

“Ich werde euch kein Bier spendieren”, sagt Nash, während er eifrig auf einem Stapel Papier herumkritzelt. “Deswegen sind wir auch gar nicht hier”, antwortet einer seiner Freunde, während eine auffällige Blondine mit ihren dunkelhaarigen Freundinnen hereinkommt. Alle fünf jungen Männer finden sie unwiderstehlich, und sofort stecken sie in der Zwickmühle: Wer von ihnen wird am Ende das Glückliche sein, der die Blonde erobert? Einer von Nashs Freunden zitiert Adam Smith: “Beim Wettbewerb dient der individuelle Ehrgeiz dem Gemeinwohl.” So gesehen, stellt einer der Männer fest, lautet die beste Strategie: “Jeder für sich.”

“Adam Smith braucht eine Korrektur”, sagt Nash und schaut endlich von seinen Papieren auf. “Wenn wir uns alle auf die Blonde stürzen, behindern wir uns gegenseitig, und keiner wird sie bekommen. Also versuchen wir es anschließend bei ihren Freundinnen, aber die werden uns ie kalter Schulter zeigen, weil niemand gern zweite Wahl ist. Aber was wäre, wenn sich keiner von uns an die Blonde ranmacht? Wir kommen uns gegenseitig nicht ins Gehege, und wir beleidigen die anderen Mädchen nicht. Nur so können wir gewinnen. Nur so kommen wir alle auf unsere Kosten.

Adam Smitz hat gesagt, das beste Ergebnis erziele man, wenn jeder in der Gruppe das tut, was für ihn selbst am besten ist. Unvollständig. Unvollständig!”, erklärt Nash. “Das beste Ergebnis erzielt jeder in der Gruppe, wenn er das tut, was für ihn selbst … und für die Gruppe am besten ist.”

Damit springt NAsh auf und stürmt aus der Bar, wobei er die Blonde fast über den Haufen rennt. Einen Moment hält er inne, bedankt sich bei ihr, dass sie ihn auf diese Idee gebracht hat, sodann er jetzt in seinem Zimmer die Theorie aufschreiben kann, mit der er sich einen Namen machen und schließlich den Nobelpreis gewinn wird.

Diese Szene sollte einen der wichtigsten Momente in den Wirtschaftswissenschaften des 20. Jahrhunderts beschreiben.

Es zeigt die Entstehungsgeschichte dessen, war als Nash-Equilibrium (Nash-Gleichgewicht) bekannt wurde.

Das Nash-Equilibrium wird in der mathematischen Spieltheorie benutzt, um strategische Interaktionen zu charakterisieren – das Verhalten von Individuen als Reaktion auf die Aktionen anderer, wenn die Handlungsalternativen und die bevorzugten Ergebnisse streng begrenzt sind.

Was ist hier nun das interessante?

Eine englische Wissenschaftlerin, Lindsay Browning, dachte über ein Computerprogramm nach, mit dessen Hilfe sie die Evolution der Kooperation durch die Spieltheorie testen könnte.

Sie testete es an dem Spiel “Gefangenendilemma”. Denn in diesem Spiel dreht sich alles um die Frage, ob man besser zusammenarbeiten oder einen Alleingang wagen sollte. Sollten zwei Kriminelle kooperieren oder sich gegenseitig verraten? Und wenn man mit dem besten Ergebnis abschneiden wollte, warum sollte man dann kooperieren, wenn dabei wahrscheinlich ein schlechteres Ergebnis herauskommen würde?

Info über das Gefangenendilemma Spiel:

Man sperrt 2 Teilnehmer in getrennte Zellen uns sagt ihnen, sie sollten sich vorstellen, sie seien wegen Bankraubs verhaftet worden. Da es nicht genügend Beweise gibt, um beide überführen zu können, geht der Staatsanwalt zu beiden, um ihnen einen Deal anzubieten. Jeder kann den anderen verraten oder schweigen (Kooperation). Wenn nur einer den anderen verrät, werden der andere Mund hält, wird der Verräter davonkommen, während der andere zur Höchststrafe von 10 Jahren verurteilt wird. Wenn beide sich gegenseitig verraten und die Tat gestehen, werden beide verurteilt und müssen jeweils fünf Jahre absitzen. Wenn beide schweigen, erden sie lediglich wegen des Besitzes von Feuerwaffen verurteilt und kommen nach sechs Monaten aus dem Gefängnis frei. Das Dilemma besteht darin, dass es einerseits für jede Partei günstiger ist zu gestehen, statt sich von der anderen verraten zu lassen, die Folgen aber ungünstiger sind, als wenn beide schweigen und miteinander kooperieren. Unter diesen Umständen ist ein Geständnis für beide Spieler die individuell beste Lösung, obwohl die Strafe dann höher ausfällt, als wenn beide schweigen und kooperieren würden, denn der Spieler, der den anderen verrät, kommt immer besser davon, egal was der andere tut. Ein Geständnis ist insgesamt die beste Reaktion, unabhängig davon, wie sich der Partner verhält. Bei den durchgeführten Studien, war das häufigste Ergebnis, die gegenseitige Kooperation – beide Partner hielten den Mund. Obwohl jeder Spieler, wenn er den anderen verraten hätte, auf der sicheren Seite gewesen wäre.

Ein aus Russland stammender Professor für mathematische Psychologie von der Universität Toronto, mit dem Namen Anatol Rapoport fand die beste Strategie. Er nannte sie “Tit for Tat” – “wie du mir, so ich dir”.

Beim ersten Zug kooperiert der Spieler mit seinem Kontrahenten. Bei jedem folgenden Zug kopiert der Spieler einfach die vorherigen Züge seines Kontrahenten – aber jeweils nur für eine Runde. Wenn die andere Seite Verrat übt, tut er das auch. Wenn die andere Seite kooperiert, handelt er ebenso, bis sein Kontrahent die Taktik ändert, woraufhin er das ebenfalls tut. Dieser Strategie zu folgen ist nicht nur ein Akt der Freundlichkeit, sondern Kooperation ergibt stets die höchste Punktzahl.

Rapoport Strategie erwies sich immer wieder als unschlagbar.

Freundliches Verhalten – Kooperation – erwies sich schlussendlich immer als dem Egoismus überlegen. Kooperation stellt für das menschliche Gehirn eine Belohnung dar. Und der automatische Wille zu geben steht am Anfang unserer Suche nach Verbundenheit.

Diese Seele jeder erfolgreichen Gesellschaft ist wechselseitiges Geben und Nehmen, ein Gefühl für Fairness. Aber diese Kooperation kann nur in dem Maße bestehen, wie die Einzelnen fair miteinander umgehen.

Im nächsten Blog werde ich auf eine weitere interessante Spieltheorie in Lynnes Buch, die das “Ultimatum-Spiel” genannt wird, eingehen.