Optimisten denken anders

Fantastischleben-Blog von Klaus Pertl – Posted on 

Optimisten denken anders. Der renommierte amerikanische Psychologe Prof. Martin Seligman, beschäftigt sich seit mehr als 20 Jahren mit dem Thema Optimismus und prägte 1975 den Begriff von der „Gelernte Hilflosigkeit“. Mit seinen wissenschaftlich fundierten Arbeiten kam er zu dem Ergebnis, das Menschen, wenn sie mit einer für ihren Erfolg und Selbstvertrauen effektiven Sichtweise und Betrachtungskonzepten von Dingen und Erlebnissen arbeiten, sehr viel mehr erreichen können. Nur eine optimistische Sichtweise ermöglicht es einem, neue Erfahrungen zu sammeln, eine pessimistische dagegen verhindert es.

Besonders interessant finde ich seine Ergebnisse aus einer Untersuchung an Mitarbeitern einer großen Lebensversicherung in den USA (Metropolitan Life Insurance). Wie in dieser Industrie üblich, bestand das Problem darin, dass nur ein Fünftel ihrer Mitarbeiter länger als vier Jahre im Unternehmen verblieben, da der Beruf des Versicherungsvertreters extrem frustrierend ist und nur selten Erfolgserlebnisse bietet.

Prof. Seligman untersuchte die Denkmuster dieser Mitarbeiter, die länger als vier Jahre durchgehalten hatten, und fand in der Tat, wenn diese Menschen Misserfolg hatten, einen ganz spezifischen „optimistischen Attributionsstil“ Es war also entscheidend, wie diese Menschen positiven und negativen Ereignissen, ganz bestimmte Ursachen zuschrieben, worauf sie ihre Erfolge und Misserfolge zurückführten.

Professor Seligman stellte fest, das Menschen die einen positiven Attributionsstil hat, negative Ereignisse (Misserfolge) folgendermaßen begründet haben: Nämlich als veränderbar (variabel) und spezifisch! „Den Mensch, den ich da am Telefon hatte, war offensichtlich total gestresst! Ich versuche es morgen wieder oder beim nächsten …“

Wohingegen diese Menschen bei positiven Ereignissen (bei Erfolg) es genau umdrehten: Sie gingen davon aus das es unveränderbar (stabil) und allgemeingültig (global) ist. „Ich bin ein guter Versicherungsverkäufer“.

Es ist in jedem Fall besser für die eigene Motivation und das eigene Selbstwertgefühl, einen Misserfolg mit veränderbaren (variablen) und spezifischen Ursachen zu erklären. Zum Beispiel: die Aufgabe hat einen hohen Schwierigkeitsgrad oder einer schlechten Tagesform (alles Dinge die verändert werden können) als seinen Misserfolg auf unveränderbaren (stabilen) und allgemeingültigen Faktoren zurückzuführen, wie zum Beispiel mangelnder Begabung oder Fähigkeiten oder einem fehlenden Markt für die Produkte die man anbietet.

Ich erinnere hier auch an Mozart, den man durchaus als “pathologisch” (krankhaft) positiv in der Bewertung seiner Konzerte bezeichnen könnte. Selbst wenn nur 15 Zuschauer anwesend waren und sein Stück bereits nach einer Vorstellung abgesetzt wurde, schrieb er seinen Freunden welch grandioser Erfolg es doch war. Nur so war er in der Lage sein Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl hoch zu halten und weiter an sich und seinen Fähigkeiten zu arbeiten und die Musik zu komponieren, die heute die ganze Welt liebt.