Wenn 10 minus 7 = 13 ist

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Lynne McTaggart hat wieder einmal ein ganz besonders tolles Buch geschrieben. Ich kenne Sie und Ihre Familie nun schon seit mehr als 10 Jahren und es ist für mich jedes Mal ein absolutes Highlight Ihre Bücher zu lesen.

Und Ihr neuestes Buch mit dem Titel „The Bond – Wie unserer Quantenwelt alles mit allem verbunden ist“ ist wieder so ein wunderbares Vergnügen.

In Ihrem Buch berichtet sie in Kapitel 10 von einem sehr interessanten Erlebnis. Amerikanische Forscher hatten einem Stammesangehörigen der Suya (indianischer Stamm in Brasilien) eine Rechenaufgabe gestellt.

Hier der Text aus ihrem Buch:
Wenn du zehn Fische hast und drei weggibst, wie viele hast du dann noch? Der Suya antwortete ohne Zögern, wie jeder im Dorf wusste, hätte man in diesem Fall dreizehn Fische.

In der Suyatradition gilt: Wann immer man einem anderen etwas gibt, zahlt der Empfänger einem das Doppelt zurück. Würde man als seinem Bruder drei Fische geben, so erklärte der Mann, dann würde der Bruder einem zweimal drei Fische zurückgeben, also sechs. Zu den ursprünglichen zehn Fischen addiert ergäbe das sechzehn. Würde er davon die drei Fische abziehen, die er seinem Bruder gegeben hatte, blieben dreizehn. Aus der westlichen Rechnung 10 – 3 = 7 wird bei den Suya 10 + (2 x 3) – 3 = 13.

Über die amerikanische Version der Gleichung war der Suya bestürzt. „Warum betrachten die Weißen „Geben“ immer als „Minus“, schaltet sich ein anderer Stammesangehöriger ein. „Ich weiß, dass ich das Minuszeichen statt des Pluszeichen verwenden soll, aber ich verstehe nicht, warum.“

Diese ganze Episode überraschte Alex Bellos, den Auto von Here’s Looking at Euclid, eine Untersuchung kultureller Unterschiede in Mathematik. Er hatte seine Studie mit der Überzeugung begonnen, dass Zahlen eine universelle Sprache sind, eine Art und Weise, wie wir uns beispielsweise mit Außerirdischen verständigen könnten, und musste dann feststellen, dass unser fundamentales Verständnis arithmetischer Beziehungen vom kulturellen Kontext abhängen.

Die Geschichte offenbart nicht nur etwas Grundlegendes über die Mathematik, sondern auch darüber, wie unterschiedliche Kulturen Beziehungen interpretiere, und vor allem, wie wir uns selbst in der Beziehung zu anderen Dingen sehen.

Unser Verständnis der Mathematik hängt sehr stark davon ab, wie wir unsere Welt definieren und ob wir uns selbst und alle Objekte in unserem Umfeld als getrennte Einheiten oder als unauflöslich miteinander verbunden betrachten.

Viele nichtwestliche Kulturen nehmen das Universum als etwas Unteilbares wahr, verbunden dich eine universelle Energie oder Lebenskraft. Aus dieser zentralen Überzeugung ergibt sich eine völlig andere Art, die Welt zu sehen und mit ihr umzugehen. Wir sehen das Ding: sie sehen die Totalität, die Beziehungen zwischen den Dingen. Für die Angehörigen der Stammeskulturen ist Geben ein Akt, der seiner Natur nach so viel Belohnung in sich birgt, dass er immer als Addition und nicht als Subtraktion in die Gleichung einfließt.

Der wichtigste Aspekt einer Beziehung ist das Pluszeichen – die Konzentration auf das, was nötig ist, um die Verbindung herzustellen.