Warum Sie aufhören sollten beschäftigt zu sein 

beschäftigt zu sein

Permanent beschäftigt zu sein ist für Unternehmer, Selbständige und Führungskräfte ein sehr großes Problem. Zum einen geben wir dadurch uns selbst und anderen das Gefühl, nie genug Zeit zu haben und zum anderen zerstört es viele tolle Chancen, Möglichkeiten und neue Ideen.

Dieses Phänomen, permanent beschäftigt zu sein, habe ich nicht nur bei mir selbst verstärkt wahrgenommen sondern auch bei vielen Teilnehmer/innen auf meinen Kursen.

Sie haben folgendes wahrgenommen: das sie den ganzen Tag über sehr aktiv gewesen sind (sehr beschäftigt waren), um dann am Ende vom Tag jedoch nicht genau zu wissen, was sie den ganzen Tag über genau gemacht haben. Vor allem wissen sie nicht, ob das was sie getan haben auch effektiv, wichtig, produktiv, sinnvoll etc. war. Sie können auch nicht sicher sein, ob sie mit dem was sie heute getan haben ihren wichtigen Zielen wirklich einen großen Schritt näher gekommen sind. Was sie jedoch wissen ist, dass sie an diesem Tag wieder einmal sehr beschäftig waren und sehr viele Dinge auch getan haben.

Das war auch für mich vor ein paar Jahren der wichtige Hinweis, dass es für mich als Unternehmer jetzt an der Zeit war etwas zu verändern. Ich traf die Entscheidung damit aufzuhören „permanent beschäftigt zu sein„.

Nicht alles ist gut für uns

Den Tag mit allen möglichen unterschiedlichen Aufgaben und Aktivitäten zu verbringen ist gemäß den Produktivitätsexperten noch nie eine sehr gute Strategie gewesen. Die sehr viel sinnvollere Strategie ist ganz eindeutig die, den Tag nur mit ein paar wenigen qualitativ hochwertigen Aktivitäten zu verbringen.

Das sind vor allem die Aktivitäten, die zum einen für einen selbst sehr wichtig für unser Leben sind und zum anderen die Dinge, die uns helfen unsere Ziele auch zu realisieren.

Meine Entscheidung war an jedem meiner A- und V-Tag mich vor allem auf Erfolgskritische Aktivitäten (EKA) zu fokussieren. Das sind die 1 bis maximal 3 Dinge (Projekte, Aufgaben etc.) die mir am besten und schnellsten helfen werden mein Ziel zu realisieren.

Aber warum sind dann immer noch so viele Menschen so beschäftig?

Auch das erlebe ich in meinen Kursen immer wieder. Viele Menschen haben jeden Tag eine Menge Stress. Und sie wissen, die einzige natürliche Antwort auf Stress ist Entspannung. Sie wissen auch, sie könnten z.B. alle 90 Minuten für 5-15 Minuten sich hinsetzen, die Augen schließen und sich körperlich und geistig entspannen.

Genau genommen ist das etwas sehr einfaches. Es ist auch etwas, das unserem Körper, Geist und Seele sehr gut tut. Und doch höre ich immer wieder: „dafür habe ich tagsüber keine Zeit, weil ich so viel zu tun habe (ich so sehr beschäftig bin).“

Einer der Verursacher dafür, dass wir immer noch so sehr beschäftig sind, ist die klassische „Aufgabenliste“ – die sogenannte „To-Do-Liste“. Ich halte Aufgabenlisten heute für „Erfolgs-Verhinderer“. Denn sie helfen uns NICHT unsere Zeit besser zu nutzen und produktiver zu sein. Was die Alternative zu Aufgabenlisten ist habe ich für Sie in einem Beitrag, denn Sie gerne hier nachlesen können, aufgeschrieben. Nämlich Erfolgslisten zu kreieren.  

Ein weiterer Grund ist das alte Denksystem (was noch aus dem Maschinen-Zeitalter stammt), dass „mehr immer besser ist“. Das es z.B. für die Arbeitsplatzsicherheit sehr viel besser ist, wenn die anderen bei einem wahrnehmen, dass man sehr beschäftigt ist. „Viel zu tun“ wird leider immer noch gleichgesetzt mit „wichtig zu sein“.

Und genau dieses Denksystem stimmt heute nicht mehr.

Als Unternehmer & Selbständiger

Für mich als selbständiger Trainier und Unternehmer gab es noch einen anderen Grund warum ich immer so sehr beschäftigt war. Und das hatte damit zu tun, dass ich am Anfang meiner Selbständigkeit alles was es zu tun gab, selbst machte. Ganz einfach deshalb, weil mir das Geld fehlte, es an andere abzugeben.

Mir fehlte in diesen ersten Jahren aber auch die Weitsicht und das Verständnis, dass diese Vorgehensweise mittel- bis langfristig nicht die beste für mich war. Es brauchte bei mir einfach eine ganz bestimmte Zeit dies zu erkennen.

Doch wenn man 5 oder 10 Jahre lang einfach alles selbst macht, dann gewöhnt man sich auch daran und identifiziert sich auch irgendwann einmal damit permanent beschäftig zu sein. Dann denken wir irgendwann, „beschäftigt zu sein“ bedeutet ich bin ein erfolgreicher Unternehmer oder Führungskraft.

Die Konsequenz davon ist: wenn ich nicht permanent beschäftigt bin, dann weiss ich vielleicht gar nicht mehr so genau wer ich bin und denke womöglich ich bin jetzt nicht mehr so erfolgreich.

Simplifizieren und Reduzieren

Damit ich für mich in der Lage war bewusster zu reduzieren und mein Leben zu simplifizieren, war es enorm hilfreich mich wieder daran zu erinnern, wer ich wirklich bin und warum ich überhaupt Unternehmer werden wollte.

Und die Antwort war sehr einfach: Ich wollte Freiheit. Ich wollte freier entscheiden können was ich tue, mit wem ich Zeit verbringe, wieviel ich verdiene, was ich ausgeben und wie ich mich fühlen möchte.

Der erste Schritt war für mich der für alle meine wichtigen Lebensbereiche (bei mir sind das 9 Lebensbereiche) ein großes Ziel (Top-Ziel) für die nächsten 25 Jahre zu setzen. Etwas, was mich enorm fasziniert und inspiriert.

Um dann im zweiten Schritt für jedes dieser Top-Ziele für die nächsten 90 Tage maximal 5 EKA festzulegen.

Der dritte Schritt ist jeden Tag (abhängig ob es sich um einen V- oder A-Tag handelt) nur maximal 3 dieser EKA umzusetzen und zu bearbeiten.

Nicht alles klappt sofort 

Natürlich werde ich nicht automatisch immer sehr gut in allen diesen EKA sein und ich werde natürlich auch nicht jeden Tag immer 100% super produktiv sein. Das weiss ich und das akzeptiere ich auch so. Ich weiss, es ist immer noch die beste Strategie sehr ehrlich mit sich selbst zu sein. Also genau zu erkennen was funktioniert und was nicht funktioniert.

Und natürlich die ganze Zeit über auch sehr viel sanfter und liebevoller mit sich selbst umzugehen. Hier vor allem den eigenen und oftmals sehr strengen inneren Kritiker zu stoppen.

Das ist nicht nur für mich selbst sehr gut sondern auch für andere. Denn so wie ich mich selbst behandle so behandle ich in der Regel auch andere.

Stärkenteams aufbauen

Da ich gerne mein eigener bester Freund sein möchte, bedeutet das aber auch, das ich nur noch die wenigen Dinge tun sollte, die meinen eigenen ganz besonderen Stärken entsprechen.

Da es aber auch noch andere wichtige Dinge für das Erreichen meiner Ziele zu tun gibt, die nicht meinen Stärken entsprechen, ist es immer auch notwendig sehr bewusst und gezielt ein Stärkenteam aufzubauen.

Dadurch bin ich in der Lage meine besonderen Stärken mit den besonderen Stärken von anderen Menschen in Verbindung zu bringen.

An diesen 3 Schritten können wir alle arbeiten:

  1. Mit uns selbst liebevoller umzugehen
  2. unsere eigenen besonderen Stärken sehr genau zu kennen – denn wir sind nur in ganz wenigen Dingen hervorragend
  3. Bewusst um unsere eigenen Stärken herum, ein Stärken-Team aufzubauen

Ein weiser Mensch sagte einmal: „Wenn ich nicht mit mir selbst zusammenarbeiten kann, dann kann ich das auch nicht mit anderen Menschen.“

Nicht zur Belastung werden 

Ich habe auch immer wieder als Unternehmer festgestellt, dass wenn ich wieder einmal zu sehr beschäftig war, dass ich dadurch auch zu einer Belastung für meine Team-Partner (die Mitarbeiter/innen in meinem Unternehmen) geworden bin. Dass ich unbewusst die Menschen in meinem Team mit einer Vielzahl meiner „Aktivitäten“ belastet (es ihnen aufgeladen) habe.

Aktivitäten, die oftmals nicht besonders wohl überlegt waren. Oder wo ich ihnen nicht genau aufgezeigt habe, warum diese Aktivität so wichtig ist. Oder wo sie nicht in der Lage waren es mit der größeren Vision (dem größeren Ziel) und dem größeren Nutzen für das Team/Unternehmen in Verbindung zu bringen.

Sehr wenig tun

Ich möchte an meinen A- und V-Tage (in der Zeit von 09.00 – 17.00 Uhr) immer nur die ganz wenigen Aufgaben und Aktivitäten annehmen, bei denen ich auch die Fähigkeit besitze, diese Dinge großartig umzusetzen. Ansonsten sollte es jemand tun, der darin besondere Stärken besitzt. Denn sonst kreiere ich am Ende nicht nur für mich sondern auch für mein Team nur unnötig viel Ärger, Frustration und Stress.

Ich bin immer noch am Anfang dieser Reise und doch bin ich in den letzten Jahren immer besser darin geworden darauf zu achten, dass weder ich noch meine Team-Partner mit allem was sie so den ganzen Tag über machen sich nicht überladen. Denn wenn ich hier nicht klug und weise vorgehe, dann bringe ich nicht nur mich, sondern auch mein Team und mein Unternehmen unnötig in Gefahr.

Inspiration sein 

Ich denke Unternehmer, Selbständig und Führungskräfte sollte ganz eindeutig damit aufhören beschäftigt zu sein. Sie sollten aufhören, anderen das Gefühl zu geben, das sie nie genug Zeit haben.

Nie genug Zeit zu haben, weil man zu sehr beschäftigt ist, zerstört interessante neue Chancen und Möglichkeiten, unsere Kreativität, unsere Achtsamkeit und am Ende auch unsere Glaubwürdigkeit.

Die Lösung liegt hier in uns selbst. In dem wir die Entscheidung treffen damit aufzuhören beschäftigt zu sein und als Konsequenz davon damit aufhören unsere Zeit (unseren Tag) mit endlosen Aktivitäten und Aufgaben zu füllen.

Entscheiden Sie sich als erfolgreicher Unternehmer und Führungskraft nur noch 3 wichtige Dinge (EKA) pro Tag zu machen. Fragen Sie sich am besten jeden Tag, entweder am Ende vom Tag (für den nächsten Tag) oder am Morgen vom Tag (für diesen Tag): „Was sind heute meine 3 wichtigen Aufgaben?“

Die Vorteile dieser Vorgehensweise sind enorm. Hier einige der tollen Resultate die Sie dadurch haben werden:

  1. sie sind nicht mehr so beschäftig – denn Sie machen ja maximal nur noch 3 Dinge pro Tag
  2. Sie sind sehr viel presenter und achtsamer
  3. Die Zeit verlangsamt sich – was ein sehr interessantes Phänomen ist
  4. und die Qualität dieser 3 Dinge (weil wir uns ja nur 3 Dinge tun) wird im Lauf der Zeit immer besser (die Fortschritte, Erfolge, Resultate und Wirkung werden immer besser)

Damit ich immer wieder in der Lage bin der Versuchung, der vielen anderen Dinge ich machen könnte, zu widerstehen, denke ich wenn ich nur die eine Sache gerade mache wie folgt: „Das was ich jetzt gerade mache, ist die wichtigste Sache in der Welt. Und ich werde natürlich jetzt in dieser Zeit viele andere interessante Dinge & Möglichkeiten verpassen, und das ist vollkommen in Ordnung.“

 

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