Wenn Wünsche schaden

wenn wünsche schaden

Gerade jetzt, kurz vor Weihnachten, steht die große Zeit des „Wünschens“ an. Eine gute Zeit sich auch wieder bewusst zu werden, dass es zwei Kategorien von Wünschen gibt.

Kategorie 1: Die Wünsche, die hervorragend zu uns (unserem authentischen ICH – zu unserem Lebenssinn und Lebensvision) passen. Die uns Kraft geben, uns stark machen und unser Leben bereichern.

Kategorie 2: Die Wünsche, die uns sehr belasten und dadurch auch unsere Motivation und Lebensenergie senken können.

Auf diese zweite Kategorie – Wünsche die uns mehr belasten als dass sie uns gut tun – möchte ich heute in diesem Beitrag etwas näher eingehen. Es ist einfach Fakt, dass nicht nur die Art wie wir uns Ziele setzen sondern auch welche Art von Zielen oder Wünschen wir haben, einen sehr direkten Einfluss auf unseren Erfolg und auf unsere Lebensqualität haben.

In meiner täglichen Arbeit als Mental-Coach und Trainer nehme ich immer wieder 3 Grundformen von belastenden Wünschen wahr. Wünsche, die uns mehr stressen, frustrieren und enttäuschen als das sie uns gut tun.

Bei diesen drei Grundformen belastender Wünsche handelt es sich um Fallen in die wir alle, wenn wir nicht acht geben, immer wieder treten können.

Aber auch hier gibt es natürlich eine Lösung. Auch dieser Situation sind wir nicht einfach nur hilflos ausgeliefert. Mann kann sich sehr wohl aus diesen Fallen selbst befreien. Wie? Mit Hilfe einer alternativen Sicht- und Vorgehensweise, die ich Ihnen nachfolgend vorstellen möchte.

Die erste Grundform belastender Wünsche„Ich möchte Alles können“

Wir alle glauben irgendwie an das Konzept vom „Superhelden“. Das es Menschen gibt, die einfach alles hervorragend können. Dieses Ideal, ist natürlich genau das Problem. Denn es ist etwas, dass so natürlich gar nicht existiert.

Fakt, das 99,9% der Bevölkerung eben nicht alles hervorragend kann. Das Ideal der Superhelden gibt es nur in unserer Fantasie, Filmen oder Romanen.

Wenn wir also genauer und auch sehr viel ehrlicher hinsehen, dann erkennen wir, dass wir alle keine Multi-Talente und großartige Generalisten sind. Wenn ich mich und meine Fähigkeiten genauer betrachte, dann gibt es für mich 4 Qualitäts-Unterschiede.

Bereich „inkompetent“

Das sind die enorm vielen Dinge, die ich überhaupt nicht gut kann. Selbst wenn ich viel Zeit und Training damit verbringen würde, würde ich darin einfach nicht besser werden. Wenn ich diese Dinge mache, dann erlebe ich sehr schnell eine Menge Stress, einen hohen Grand an Frustration, Unzufriedenheit und sehr viele Misserfolge.

Bereich „kompetent“ 

Das sind die vielen Dinge, die ich genauso gut kann wie die meisten Menschen auch. Ich erfülle hier nur einen sehr einfachen Mindeststandard. Viele andere können das genauso gut. Wenn ich diese Dinge ausführe, erlebe ich ein starkes Gefühl von Wettbewerb, habe ich Angst davor höheren Anforderungen nicht entsprechen zu können. Es entsteht auch gerne das Gefühl von Wiederholung und Langeweile.

Bereich „Stärken“ 

Das sind jetzt die wenigen Dinge bei denen es mir beständig gelingt immer wieder hervorragende Resultate zu erzielen. Dinge, die ich leicht erlernen und schnell erfolgreich umzusetzen kann. Dinge, die mir sehr leicht von der Hand gehen.

Bereich „einzigartige Stärken“ 

Das sind die ganz wenigen Dinge, die ich nicht nur besonders gut kann (meinen Stärken entsprechen) sondern die mir auch noch ein tolles Gefühl (viel Energie, Spaß, Freude, Begeisterung) und eine sehr hohe intrinsische Motivation geben.

Wenn ich mit Hilfe dieser Unterteilung ein sehr viel ehrlicheres Bild von mir und meinen Fähigkeiten kreieren kann, dann fällt es mir auch leichter der Versuchung zu widerstehen, in allen Bereichen meines Lebens hervorragend sein zu wollen.

Die für mich sinnvollere und effektiver Vorgehensweise ist also, nur das zu tun, was meinen besonderen Stärken entspricht und meine Stärken kontinuierlich weiterentwickeln zu wollen. Denn in meinen besonderen Stärken kann ich, wenn ich mich nur darauf fokussiere, wirklich Weltklasse werden.

Mit unseren besonderen Stärken können wir zu den Besten in der Welt gehören. Aber eben nicht in allen Bereichen. Ich kann nicht alles hervorragend können. Es ist mir aber immer möglich in ein paar ganz wenigen Dinge wirklich hervorragend zu sein.

Lesen Sie hierzu gerne meine Miniserie über das Stärkemodell“ sowie zum Thema „Weniger & Besser“.

Also wünschen Sie sich lieber … 

  1. dass Sie 80% Ihrer Zeit (an einem A-Tag) nur mit den ganz wenigen Dingen zu beschäftigen, die Ihren ganz einzigartigen Stärken entsprechen.
  2. dass Sie für Ihre Schwächen (alle Ihre Aktivitäten aus den Bereichen „Inkompetent“ und „Kompetent“) ein Stärken-Team kontinuierlich aufbauen. Das bedeutet Menschen zu finden, die bei den Dingen, wo Sie eine Schwäche haben, sie eine einzigartige Stärke besitzen. Um dann in den nächsten 6-12 Monaten alle Ihre Aktivitäten aus den Bereichen „Inkompetent“ und „Kompetent“ an diese Menschen abzugeben.

Die zweite Grundform belastender Wünsche: „Alles was ich tue, muss auch gleich erfolgreich funktionieren“  

Es fällt uns nicht sehr leicht mit anfänglichen Misserfolgen positiv umzugehen. wir haben den starken Wunsch jede Form von Misserfolgen zu vermeiden. Wir sind noch zu sehr vom Ideal der „Superhelden“ geblendet. Den dieser kann ja alles sofort hervorragend.

Die Konsequenz davon ist, das wir leider zu gerne bereit sind nach den „Abkürzungen“ oder „Wundermitteln“ Ausschau zu halten. Wir wollen in 3 Minuten lernen schlagfertig zu sein. Oder in 7 Tagen unser Idealgewicht erreichen. Oder in 30 Tagen unseren Umsatz verdoppeln. Um dann am Ende enttäuscht zu realisieren, dass es nicht funktioniert hat. Um dann wieder nach dem nächst besseren Wundermittel Ausschau halten.

Fakt ist, es gibt bei den meisten Dingen keine Abkürzungen und auch kein Wundermittel. Echte authentische Expertise und Spitzenleistung entstehen nur auf Grund von  „ersthaftem Training“. Das gilt auch für unsere Stärken. Auch unsere Stärken müssen wir beständig üben und trainieren.

Hier können Sie nachlesen, was die 6 Merkmale von einem ernsthaften Training sind.

Ein weiterer Stolperstein ist hier auch unser Wunsch nach Perfektion. Wir glauben leider immer noch, dass Perfektion wichtig für unseren Erfolg ist. Doch auch hier gibt es eine sehr einfache Wahrheit: das nämlich Perfektion in den meisten Fällen sogar unseren Erfolg verhindert.

Also wünschen Sie sich lieber … 

  1. dass Sie mehr Zeit am Tag mit Ihren Stärken erbringen
  2. dass Sie Ihre Stärken kontinuierlich stärken (diese ernsthaft trainieren – in diesen sich weiterbilden)
  3. dass Sie Ihre Fortschritte bewusster wahrnehmen. Genauer erkennen welche Fortschritte Sie jeden Tag gemacht haben und diese auch zu notieren (nutzen Sie am Ende von jedem Tag Ihr Erfolgs- und Dankbarkeitsjournal).

Die dritte Grundform belastender Wünsche: „Alle müssen mich mögen (mich lieben, nett zu mir sind)“

Ein Mensch zu sein, den alle mögen und gut finden, ist wieder einer dieser belastenden Wunschvorstellungen. Da wir ein soziales Wesen sind, wissen wir natürlich wie wichtig es für uns ist, Teil eine Gemeinschaft zu sein. Und deshalb wünschen wir uns so sehr von allen geliebt, akzeptiert und gemocht zu werden.

Theoretisch klingt das gut und sinnvoll. In der Praxis ist dieser Wunsch von Anfang an zum Scheitern verurteilt. Denn nicht jeder kann und wird uns (auf Dauer) gut finden.

Denn irgendwann müssen wir alle Entscheidungen treffen. Und diese werden nicht immer allen um uns herum gefallen. Es wird kaum zu verhindern sein, dass wir irgendwann für unser Verhalten, Aussagen, Gewohnheiten kritisiert oder gar verbal angegriffen werden.

Die einfache Wahrheit ist: Wir können es nicht immer jedem Recht machen.

Also wünschen Sie sich lieber … 

  1. dass Sie es nur den ganz wenigen Menschen, die Sie von ganzem Herzen lieben und die auch Sie bedingungslos lieben, so oft und so gut es geht Recht machen. Das können Sie schaffen.
  2. dass Sie es Ihren ganz wenigen „guten & echten“ Freunden die Sie haben (die Sie Ihr Leben lang positiv unterstützen und stark machen werden) so oft und so gut es geht Recht machen. Auch das können Sie gut schaffen.
  3. dass Sie es sich eingestehen, dass Sie es allen anderen nicht immer Recht machen können.

Nutzen Sie die hier vorgestellten Ideen und Lösungen, um sich aus der Falle Ihrer eigenen „belastenden“ Wünsche zu befreien. Es ist möglich.

Ich wünsche Ihnen viel Kraft und Erfolg bei dieser Befreiung.

Vielen Dank, dass Sie diesen Artikel gelesen haben

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