Work-Life-Balance – Teil 2

Willkommen zum zweiten Beitrag meiner Mini-Serie: Work-Life-Balance. 

Im meinem ersten Beitrag ging es um die, für die erfolgreiche Umsetzung einer besseren Work-Life-Balance (WLB), notwendigen Denkmodelle. In diesem zweiten Beitrag geht es nun darum, WAS Sie praktisch (bewusster und aktiv) tun können, um die Work-Life-Balance auch real kreieren zu können, die Sie sich für Ihr Leben wünschen. Hier zum nachlesen: Teil 1.

Immer dann, wenn es in unserem Leben darum geht etwas zu verändern / zu verbessern, gibt es für mich sechs wichtige Schritte zu beachten. Das gleiche gilt auch für die Verbesserung der eigenen Work-Life-Balance.

Das Ziel dieser sechs Schritte ist, damit auch real die für Sie beste Work-Life-Balance in Ihr Leben kommen kann, dass eine Reihe neuer Gewohnheiten in Ihr Leben kommen. Das etwas ALTES geht und etwas NEUES beginnt.

6 schritte work life balance teil 2

Schritt 1: Leadership 

Damit beginnt jede Form von Verbesserung in unserem Leben. Auch beim Thema WLB. WLB hat dann die beste Chance in unsere Leben zu kommen, wenn wir selbst dafür die Verantwortung übernehmen. WLB entsteht nicht einfach so. Es braucht Energie, Einsatz und Engagement. Aber vor allem braucht es Sie, der diesen ganzen Prozess der Realisierung einer tollen WLB anführt.

Sind Sie bereit, die 100%ige-Ich-Verantwortung für Ihre Work-Life-Balance zu übernehmen?

Sie müssen nicht unbedingt alles selbst tun oder wissen. Sie können natürlich auch gerne die Hilfe und Kooperation Anderer in Anspruch nehmen. Es geht vielmehr darum die Verantwortung für die Realisierung Ihrer Work-Life-Balance zu übernehmen. Notwendige Entscheidungen zu treffen, sich aktiv darum zu kümmern was einem hilft die für einen wichtige Work-Life-Balance auch zu realisieren. Zeit zum Denken und Reflektieren zu nehmen. Sich mit Lösungen zu beschäftigen.

Woran kann man erkennen wenn man noch nicht die 100%-Ich-Verantwortung für etwas übernommen hat? Vor allem daran, wenn man noch immer sehr viel darüber meckert, motzt, jammert, urteilt, Andere kritisiert, von Anderen hofft, dass sie mehr tun.

Auf einer Skala von 1 bis 10, welchen Wert würden Sie sich geben in Bezug auf die 100%ige Eigenverantwortung für Ihre WLB zu übernehmen? Eine 1 bedeutet, Sie denken, dass die 100%ige Verantwortung dafür, dass Sie eine optimale WLB haben, bei Anderen liegt. Eine 10 bedeutet, Sie übernehmen 100% die Verantwortung für Ihre optimale WLB. Oder eben einen Wert zwischen 1 und 10.

skala work life balance teil 2

Schritt 2:  Motivation 

Motivation ist die Energie die wir brauchen, um beständig und ausdauernd aktiv werden zu können. Motiviert sind wir vor allem dann, wenn:

  • ich etwas Belastendes vermeiden kann und/oder
  • ich etwas Wünschenswertes realisieren kann und/oder
  • ich das Gefühl von Gemeinschaft / Zugehörigkeit erleben kann

Das heißt, wir sind dann motiviert, wenn wir bei dem was wir tun oder tun wollen, einen Nutzen finden können. Welcher Nutzen bringt Ihnen eine bessere Work-Life-Balance? Was ist Ihre Motiv, um eine bessere WLB zu haben? Nehmen Sie sich Zeit und schreiben Sie Ihre Antworten auf.

ziele und nutzen work life balance 2

Denken Sie hier auch an den beziehungstechnischen, emotionalen, körperlichen, mentalen, spirituellen, finanziellen, intellektuellen etc. Nutzen, der Ihnen eine besser WLB bringen wird.Nutzen schafft eine hervorragende Basis dafür, dass wir auch wirklich bereit sind, etwas in unserem Leben, in unserem  derzeitigen täglichen Verhalten zu verändern und zu verbessern.

Wie drückt sich eine hohe Motivation hier aus? Sie sind sehr offen, neugierig, interessiert, lernbereit, kreativ, lösungsorientiert, möchten Hindernisse gerne überwinden und Probleme lösen, haben Lust darauf etwas aktiv zu kreieren (oder mit zu kreieren) und sind bereit Dinge, Verhalten, Gewohnheiten etc. zu verändern.

Wenn Sie sich nun Ihre Nutzen-Liste ansehen, wie hoch ist Ihre Motivation, die WLB zu kreieren, die Sie wirklich haben möchten? Nutzen Sie wieder die nachfolgende Skala. Eine 1 bedeutet, Sie haben nur eine sehr geringe Motivation. Eine 10 bedeutet, Sie sind extrem motiviert, das zu realisieren.

skala work life balance teil 2

Schritt 3: Priorität 

Wir haben mit den beiden ersten wichtigen Schritten begonnen. Doch das wird oft alleine noch nicht ausreichen. Denn ich kann die Verantwortung für meine WLB übernehmen und ich kann sogar sehr motiviert sein diese WLB hinzubekommen.  Doch wenn dieses ganze Thema nicht auch einen hohen Stellenwert in meinem Leben hat, wird es einfach nur bei einem Wunsch und einer Hoffnung bleiben.

Was jetzt als nächstes geklärt werden sollte ist die Frage: „Wie wichtig ist es mir wirklich, dieses Ziel zu erreichen?“ 

Denn jeder von uns hat schon sehr viel zu tun. Wie alle haben auch schon viele andere Prioritäten, um die wir uns zu kümmern haben. Haben wir jetzt auch wirklich die Zeit und Energie, um auch diesem Ziel meine ganze Aufmerksamkeit zu geben?

Jetzt sind Sie als „Verkäufer“ gefordert. Sie brauchen jetzt die Fähigkeit, sich Selbst, Ihre eigene Idee (Wunsch/Vorstellung) von einer für Sie besseren Work-Life-Balance, zu verkaufen.

Das erinnert mich ein wenig an die oftmals sehr merkwürdige Situation, dass wenn jemand mit dem Zigarettenrauchen aufhören möchte, dieser Mensch auf der einen Seite versteht wir gut es wäre damit aufzuhören, aber auch der anderen Seite auch viel Freude am Rauchen hat. Das dieser Mensch hin- und hergerissen ist zwischen: Ablehnung und Liebe, zwischen Ekel und Genuss, zwischen Verstand und Gefühlen.

So geht es vielen, wenn es um die beste Balance von Arbeit und Privatleben geht.

Natürlich ist auch Ihnen klar, die für Sie beste WLB kann nur dann in Ihr Leben kommen, wenn es für Sie auch eine Top-Priorität hat. Sind Sie ehrlich mit sich selbst. Wie

wichtig ist für Sie das Ziele, eine hohe WLB zu haben? Hat es wirklich eine Top-Priorität?

Geben Sie sich wieder einen Wert auf der Skala von 1 bis 10. Eine 1 bedeutet, es hat für Sie nicht eine Top-Priorität. Andere Dinge sind derzeit sehr viel wichtiger für Sie. Eine 10 bedeutet, es hat für Sie eine absolute Top-Priorität.

skala work life balance teil 2

Hat es für Sie eine Top-Priorität? Haben Sie sich eine 8, 9 oder 10 gegeben?

Falls der Wert noch unter 8 ist, lohnt es sich an dieser Stelle noch einem sich sehr deutlich bewusst zu machen, was Sie alles TOLLES und WICHTIGES GEWINNEN werden (was Ihr Nutzen ist), wenn Sie Ihre beste WLB zu einer Top-Priorität machen.

„Der letztendliche Sinn der Menschheit ist nicht ARBEIT sondern SINNHAFTIGKEIT“ 

Schritt 4: Klarheit – Ziele 

Sie sind auf einem sehr guten Weg. Ich hoffe, dass Sie sich bei den ersten drei Schritten jeweils eine 8 oder höher gegeben haben. Wenn das der Fall ist, dann macht es jetzt sehr viel Sinn, sich ein sehr klares, spezifisches, motivierendes und messbares Ziel für Ihre WLB zu setzen.

Unser Gehirn braucht Ziele. Denn unser Gehirn kann nur sehen, wahrnehmen und hören, nachdem wir auch Ausschau halten. Ziele geben uns einen klaren Fokus, sie helfen unser Denken,  helfen uns Ideen und Strategien zu entwickeln, wie wir diese Ziele erreichen können.

Wie sieht eine für Sie hervorragende Work-Life-Balance in der realen Umsetzung aus? Was müsste genau eintreten und passieren, damit Sie mit Ihrer WLB zufrieden und glücklich wären?

Seien Sie so genau, so spezifisch und detailliert wie möglich. Am besten sollte dieses Ziele auch messbar sein.

Diese zusätzlichen Fragen können Ihnen bei der Beschreibung Ihres Zieles noch zusätzlich helfen:  
  • Was ist für Sie ein hervorragender Arbeitstag – Arbeitswoche?
  • Was ist für Sie eine perfekte und ein erholsame Freizeit?
  • Was brauchen Sie um eine sehr gute Balance zwischen Beruf und Privatleben haben zu können?
  • Bis wann möchten Sie diese Work-Life-Balance in Ihrem Leben etabliert haben?
  • Wieviel Zeit möchten Sie in welchen Bereichen Ihres Lebens am liebsten verbringen?
  • Was möchten Sie real erleben und wahrnehmen, das Ihnen das Gefühl einer guten Balance gibt?

Schreiben Sie Ihr Ziel auf. Denn alles was Sie handschriftlich aufschreiben, hat für Ihr Gehirn eine sehr viel größere Bedeutung.

Schritt 5:  Strategie 

Jetzt, nachdem Sie wissen wie eine für Sie hervorragende WLB genau aussehen soll, geht es darum konkreter darüber nachzudenken, was Sie jetzt pro-aktiv tun können, um dieses Ziel zu realisieren.

Welche neue Aktivitäten, Verhalten und Gewohnheiten werden Ihnen helfen, genau dieses Ziel zu realisieren?

Meine bevorzugte Vorgehensweise ist die „Goodfinder“ zu sein. Von Erfolgen zu lernen. Also herauszufinden, was bereits sehr gut funktioniert und sich in der Praxis bewährt hat, wenn es um eine tolle WLB geht. Erfolge hinterlassen immer auch sehr klare Spuren.

Was funktioniert? Was hat sich in der Praxis bewährt?
In meiner Arbeit als Coach und Trainer habe ich in den letzten 17 Jahren sehr viele interessante Vorgehensweisen kennengelernt, wenn es um das Thema WLB geht. Doch wie Sie wissen, möchte ich nicht 100 Dinge tun, sondern nur die ganz wenigen (2-3) Dinge tun (EKA), die die höchste Wirkung haben, mir helfen sehr viel schneller mein Ziel zu erreichen.

Top-3-EKA Aktivitäten / Gewohnheiten
Nachfolgend meine Top-3 Aktivitäten, drei neue Gewohnheiten, die Ihnen konkret helfen werden, eine sehr viel bessere Work-Life-Balance zu kreieren. Es geht um Veränderungen von Gewohnheiten (etwas zu stoppen, etwas hinzuzufügen und/oder etwas zu verändern).

Gewohnheit #1: Top E-Tage 

Über das EVA-Zeitmodell habe ich bereits geschrieben. Es lohnt sich in jedem Fall, diesen Beitrag zu lesen.

E-Tage stehen für Erholungstage. Es geht um eine 24 Stunden-Periode, in der Sie sich ungestört erholen und regenerieren. Diese Tage werden immer zuerst und am besten gemeinsam mit den Menschen die Sie lieben und die für Sie wichtig sind, vergeben und festgelegt. Sie können gleich zu Beginn des Jahres die E-Tage für das gesamte Jahr festlegen. Oder es quartalsmäßig festlegen.

Wichtig ist, dass Sie es vorher festlegen.Sie selbst bestimmen wieviel E-Tage Sie letztendlich in einer bestimmten Zeitperiode haben möchten.Pro Jahr könnten Sie z.B., als typischer Arbeitnehmer, 140 E-Tage haben. Das sind 52 Wochenenden x 2 Tagen, plus 25 Urlaubstage plus 11 gesetzliche Feiertage. Für Unternehmer / Selbständige kann dieser Wert auch sehr viel höher liegen. Einige meiner Coaching-Kunden (Unternehmer) planen 180 E-Tage im Jahr.

Der Sinn dieser Fokussierung auf E-Tage ist der:
  1. Mit diesem Konzept der E-Tage geben Sie den Menschen, die Sie lieben und die wichtig für Sie sind, ein klares Zeichen. Nämlich, dass sie an erster Stelle kommen. Denn die E-Tage werden in diesem Modell immer zuerst festgelegt und vergeben.
  2. Das es die beste Basis für optimale Motivation, Kreativität, Fokus, Ausdauer, Inspiration und höchste Produktivität ist.

E-Tage planen

Nehmen Sie Ihren Jahres-/Quartals-Kalender zur Hand. Bestimmen Sie wieviel E-Tage Sie z.B. in den nächsten 3 Monaten haben möchten. Dann markieren Sie diese E-Tage in Ihrem Kalender. Damit sind diese Tage geschützt und blockiert. An diesen Tagen geht es nur ums Sie, Ihre wichtigen Beziehungen, Ihre Erholung und Regeneration.

Überlassen Sie die Qualität dieser E-Tage nicht dem Zufall. Machen Sie sich bewusster Gedanken darüber, was es genau für Sie bedeutet einen tollen und erholsamen E-Tag zu haben. Welche Aktivitäten, Beziehungen, Dinge lieben Sie und tun Ihnen gut?

Und dann schützen Sie diesen Tag vor jeglichen „beruflichen“ Störungen. Lassen Sie den beruflichen Computer, Handy, Laptop etc. aus. Lesen Sie keine beruflichen SMS oder Emails an diesem Tag. Lesen Sie an E-Tagen keine beruflichen Magazine, Texte, Berichte, Analysen, Reportagen etc..

Ich lebe nach dem Motto: „Work hard and play hard“. Damit ist gemeint, wenn ich arbeite, dann arbeite ich sehr fokussiert und durchaus auch lange. Wenn ich zum Beispiel in einer Woche 5 Tage arbeite (A-Tage), dann arbeite ich an machen dieser Tage durchaus 10 Stunden (natürlich immer mit ausreichenden Pausen). Aber dann, wenn ich einen E-Tag habe, dann geht es an diesem Tag nur um Erholung, Regeneration und Abschalten. Und auch das mache ich gerne und lang und mit Ausdauer.

Gewohnheit #2: Loslassen  

Auch zu diesem Thema habe ich bereits zwei Beiträge geschrieben:

In diesen Beiträgen beschreibe ich auch sehr genau, wie Sie bewusst und effektive Dinge loslassen können.

Eine fehlende Work-Life-Balance ist ein sehr deutlicher Hinweis dafür, dass wir uns ganz eindeutig zu viel tun: Uns über-engagieren, über-strecken, über-verpflichten, über-buchen etc. Es geht also kein Weg daran vorbei, wenn Sie wirklich eine bessere WLB haben möchten, Dinge systematisch loszulassen. Das Sie Störungen, Belastendes, Ineffektives, Zeitfresser etc. im Beruf- wie im Privatleben aufgeben. Stoppen, eliminieren und/oder reduzieren.

Wenn Sie es sich ganz einfach machen möchten, dann kreieren Sie zwei Listen. Eine Liste für den Beruf und eine für die Freizeit. Dann ziehen Sie einen Strich durch jeder der beiden Listen. Links steht als Überschrift „Energie“ und rechts steht „Zeug“.

energie - zeug - work life balance teil 2

Auf der linken Spalte tragen Sie alles das ein, was Ihnen Energie (Erfolg, Fortschritt, ein gutes Gefühl, Wohlbefinden etc.) bringt. In die rechte Spalte alles, was Sie belastet, stört, nervt, unzufrieden etc. macht.

Dann beginnen Sie damit, aus der Spalte „Zeug“, 3 Dinge auszuwählen die Sie in den nächsten 90 Tagen stoppen und loslassen werden. Und Sie nehmen sich aus der Spalte „Energie“ 3 Dinge vor, die Sie in den nächsten 90 Tagen verstärkt tun werden. Wenn Sie dieses Konzept alle 3 Monate für 2 Jahre wiederholen, haben Sie ziemlich sicher 80% von den Dingen losgelassen, die Ihnen heute nicht mehr gut tun.

Gewohnheit #3: Weniger und Besser 

Auch hierzu habe ich bereits einen Beitrag geschrieben: Hin zu weniger und besser
Bitte auch hier diesen Beitrag noch einmal durchzulesen.

Fakt ist, nur weil wir viel tun, lange arbeiten, sehr beschäftigt sind, bedeutet das nicht automatisch, dass wir auch sehr effektiv sind. Studien zeigen, das wir in 40-80% der Arbeitszeit Dinge tun, die nicht besonders effektiv und/oder produktiv sind.

Idealen Arbeitstag festlegen

Bestimmen Sie, was ist für Sie der beste / effektivste Arbeitstag? Wie sieht Ihr idealer Arbeitstag aus?

Wie lange ist er? Wie oft machen Sie Pausen? Was sind die wenigen, wichtigen Dingen (Aktivitäten, Projekte) die für Sie die höchste Wirkung erzielen (was Ihre EKA-Aktivitäten sind)?

Beginnen Sie die Gewohnheit, sehr viel weniger an Ihrem Arbeitstag zu machen, dafür aber sicher zu stellen, dass das Wenige das Sie tun, den für Sie/Team/Unternehmen höchsten Mehrwert kreiert. Weniger und besser, dass ist das Zukunftskonzept. In Kombination mit „Gewohnheit #2: Loslassen“, werden Sie dadurch in der Tat nicht nur sehr viel mehr Erfolg haben sondern auch gleichzeitig sehr viel früher nach Hause können.

Nein-sagen! 

Ja, es ist tatsächlich heute enorm wichtig und sehr gut für Sie, Ihr Team, Ihr Unternehmen und Ihre Karriere, wenn Sie Nein-sagen können. Für mich sieht das in der Praxis wie folgt aus. Stellen Sie sich folgende Situation vor: Sie sprechen mit Ihrem Vorgesetzten und dieser hat die Idee, das Sie jetzt unbedingt noch Projekt X machen sollten.

Dann sollten Sie sich angewöhnen folgende Fragen zu stellen:

1) Handelt es sich um eine EKA? 

Das könnten Sie sagen: „Ich arbeite derzeit an einer EKA. Wenn ich jetzt X machen soll, dann muss ich diese EKA stoppen. Beide Dinge kann ich heute nicht mit der Qualität tun die Sie und ich und unsere Kunden von uns erwarten. Was halten Sie für wichtiger? Mein jetziges EKA oder X? Ich bin nicht sicher, ob X wirklich eine EKA ist. Lass uns also kurz überlegen, ob es eine EKA ist und ob es eine bessere EKA ist als das, was ich gerade mache.“

Wenn es sich herausstellt, dass es sich nicht um eine EKA handelt, dann einfach sagen: „Danke, dass du an mich gedacht hast, aber das ist derzeit keine EKA. Deshalb kann ich es auch nicht annehmen.“ 

Wenn es sich um eine EKA handelt, dann immer noch nicht JA sagen!

2) Bin ich die beste Person für diese Aufgabe? Entspricht es meinen besonderen Stärken? 

Das könnten Sie hier sagen: „Ja, X ist ganz eindeutig eine EKA und diese Aufgabe ist wirklich besser, wichtiger als das, was ich gerade mache. Jetzt müssten wir als nächstes herausfinden, ob ich die einzige/beste Person für diese Aufgabe bin.“

Hier ist also der Fokus, wer die besten Fähigkeiten, Stärken, Talente besitzt, um diese EKA „X“ am besten umzusetzen. Wenn es eine andere Person gibt, die das besser kann wie Sie, dann sollte diese Aufgabe an diese Person übergeben werden.

Wenn es sich um eine EKA handelt und Sie tatsächlich die beste/einzige Person dafür sind, dann immer noch nicht JA sagen!

3) Wir dringlich ist diese Aufgabe? 

Sie können hier sagen: „Ja, es ist eine EKA und ich bin die beste Person, um das umzusetzen. Jetzt sollte ich noch wissen, bis wann es umgesetzt werden muss. Gleich heute, Morgen, diese Woche? Wie ist die Dringlichkeit? Welche Terminvorgaben und Fristen gibt es hier.“

Wenn es nicht gleich heute gemacht werden muss, dann den Kalender herausnehmen und diese Aufgabe an einem Tag eintragen, wo Sie ausreichend Zeit dafür haben.

Wenn es jedoch dringend ist, es eindeutige eine EKA ist und nur Sie es wirklich umsetzen können, erst dann, wenn diese drei Voraussetzungen abgeklärt sind, nehmen Sie diese Aufgabe an. Erst dann ja sagen.

Gewöhnen Sie es sich an, immer sehr langsam JA zu neuen Aufgaben, Projekten, Aktivitäten zu sagen. Erst sehr viel genau (mit Hilfe der zuvor genannten 3 Fragen) überprüfen wie wichtig und relevant es wirklich ist.

Hören Sie auf UND zu denken. Fangen Sie an ENTWEDER / ODER zu denken.
Entweder ich mache das was ich heute als EKA identifiziert habe, oder ich mache diese neue Aufgabe X. Ich mache aber nur das neue X wenn ich sicher bin, dass es eine EKA ist, es meinen Stärken entspricht und es dringlich ist. In diesem Moment werde ich aber nicht beide Aufgaben tun. Entweder meine ursprüngliche EKA oder diese neue EKA.

Kommunizieren Sie, dass Sie in Zukunft nicht mehr beides tun werden. Es hilft nicht nur Ihnen, sondern allen in Ihrem Team, sehr viel bewusster abzuwägen, was wirklich effektiv ist und was nicht.

Stellen Sie sich und Ihrem Team immer wieder die Frage:

„Ist das, was ich jetzt tun (oder tun soll) auch das, was uns wirklich voranbringt?“

Schützen Sie Ihre Zeit

Wir können so ziemlich alles in unserem Leben ersetzen, bis auf die Zeit die wir haben. Wir können z.B. ein Haus oder eine Arbeit die Sie verlieren durch ein anderes Haus, eine andere Arbeit, wieder ersetzen. Das gleiche gilt für Geld, ein Auto, ein Buch, eine Uhr.

Doch die Zeit die wir für etwas verbraucht haben, kann nicht mehr ersetzt werden. Unsere Zeit ist endlich und limitiert.

Sie ist eine der knappsten und wichtigsten Ressourcen in unserem Leben. Geben Sie Ihrer Zeit einen sehr viel höheren Wert. Ich betrachte meine Zeit die ich für etwas einsetze nicht einfach nur als Zeit, sondern als „Lebenszeit“. Zeit, die wenn sie verbraucht wurde, nicht mehr ersetzt werden kann.

Involvieren Sie Andere

Sie müssen Ihr WLB-Ziel nicht alleine realisieren. Sprechen Sie mit Ihrem Team / Kollegen darüber, wie Sie das Thema WLB sehen und welche Ziele Sie sich hierzu gesetzt haben. Erkunden Sie gemeinsam, welche Denksysteme Teil Ihrer Teamkultur geworden sind, wenn es um das Thema WLB geht. Finden Sie heraus, ob diese Denksysteme Ihnen erlauben eine hohe WLB zu haben oder nicht.

Sprechen Sie auch mit Ihren Kollegen/innen und Vorgesetzten über meine Top-3-EKA Aktivitäten in Bezug auf WLB und sehen Sie, ob Sie von Ihnen Unterstützung dafür erhalten oder nicht.

Schritt 6: Anfangen 

Und nun geht es nur noch darum anzufangen. Es braucht auch hier den ersten aktiven Schritt. Ich empfehle Ihnen, am besten nur mit einer kleinen ersten Sache zu beginnen. Sie entscheiden welche. Doch fangen Sie an. Und dann, wenn Sie damit 1-2 Wochen gearbeitet haben, und sich damit sehr viel wohler fühlen, und Sie damit erste Fortschritte und kleine Erfolge kreiert haben, erst dann beginnen Sie die nächste neue Gewohnheit in Ihr Leben zu integrieren.

Folgen Sie diesem Fahrplan und mache Sie die für Sie beste WLB zu Ihrer Realität.  

Im nächsten, dritten Beitrag, erfahren Sie meine Topp 7 Vorgehensweisen die Ihnen helfen werden, Widerstände und Hindernisse auf der Realisierung Ihrer WLB zu eliminieren.

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