Die eine Sache, die den Unterschied ausmacht zwischen durchschnittlichen und überragenden Resultaten

überragende Resultate

Wie entstehen überragende Resultate?

Wie wird man überragend (Weltklasse) in einer Sache? Gibt es ein Geheimnis? Hat es etwas mit Begabung und Talent zu tun? Oder gar mit Intellekt? Oder vielleicht doch mehr mit dem Alter, oder mit dem Umfeld in dem wir aufwachsen oder leben? Oder hängt es eher von der Motivation ab?

Zuerst einmal, nein, es gibt kein Geheimnis. Es gibt etwas sehr viel besseres. Es gibt nämlich sehr klare und spezifische Hinweise dafür, wie wir alle hervorragend, wie wir also zu einem wahren „Meister“, in etwas werden können.

Hilft Begabung und Intellekt? Ja, sicherlich. Aber es wird alleine noch nicht ausreichen. Hilft es wenn mann jung ist und in einem positiven und motivierendem Umfeld lebt oder aufwächst? Ganz sicher, aber auch das wird alleine noch nicht ausreichen. Und ja, es hilft auch sehr, wenn man eine hohe Motivation hat. Doch auch das wird alleine nicht ausreichen.

Wie wird man also zu einem wahren Meister in einer Sache?
Die Antwort ist sehr viel einfacher als Sie vielleicht glauben: Indem man bewusst und regelmäßig dass, was man hervorragend können möchte, übt! Es handelt sich aber um eine ganz bestimmte und sehr bewusste Form des Übens. Etwas, dass ich als „Ernsthaftes Trainieren“ bezeichnen würde.

überragende Resultate

Ernsthaftes Trainieren ist sehr viel mehr als nur einfach etwas zu tun, sich einfach nur mit einem bestimmten Thema zu beschäftigen und bestimmte Dinge immer wieder zu tun und zu praktizieren.

Es ist vielmehr ein ganz bestimmte Form des Training, dass sich durch ganz bestimmte  Merkmale auszeichnet. Die Art des Trainings ist hier sehr viel wichtiger als nur die Dauer des Trainings.

Studien zeigen, dass ein Meister in einem Fach, in der Regel 5 Mal mehr Zeit mit „ernsthaftem Training“ (etwa 5.000 Stunden) verbracht hat, als die Menschen, die mit dem was sie können, irgendwann auf einem mittleren Niveau stehen bleiben. Die dann auf diesem Platteau stehen bleiben und kaum noch Fortschritte machen. Diese verbringen in der Regel nur etwa 1.000 Stunden mit „ernsthaftem Training“.

Die 6 elementaren Merkmale von einem „ernsthaften Training“ 

Merkmal #1:

Wer ein Meister sein will, muss in jedem Fall sehr viel Zeit in das eigene Training investieren. Die 10.000 Stunden-Regel (10 Jahre) ist ein durchaus guter Hinweis, wie lange es dauern kann, um in einer Sache zu einem wahren Meister (damit meine überragend in Etwas zu sein) zu werden.

Merkmal #2:

Es braucht einen klar definierten Trainingsplan (mit klaren Lerneinheiten, Trainingsterminen, Trainingszeiten und Lernstoffen) an den man sich dann auch hält. Idealerweise ist dieser Trainingsplan (das Lehrmaterial) von einem Lehrer/Experten kreiert worden und zwar mit dem spezifischen Ziel, ganz bestimmte persönliche Fähigkeiten (beim Lernenden) zu verbessern.

Merkmal #3:

Jeder Lerneinheit sollte so gewählt werden, dass sie den Lernenden „herausfordert“. Es geht also sehr stark darum, kontinuierlich und bewusst, immer schwieriger werdende Lernaufgaben sich vorzunehmen. Also mehr als nur das zu tun, was sich komfortabel und bequem anfühlt. Persönliche Entwicklung und besser werden findet immer nur außerhalb der eigenen Komfortzone statt.

Merkmal #4:

Jeder „Lernende“, der einmal ein Meister werden will, braucht i.d.R. immer auch einen sehr guten und erfahrenen „Lehrmeister“. Am besten holt man sich einen erfahrenen Lehrer/Trainer (Experten, Meister), der am besten das Training leitet und einen beim Training unterstützt, begleitet und sofort Feedback gibt.

Merkmal #5:

Das man sich zusätzlich, neben den bewussten Trainingszeiten, auch intellektuell mit dem Thema (in dem man Weltklasse werden will) weiter beschäftig. Z.B. Bücher darüber liest, interessante Filme dazu ansieht, oder im Internet oder in Zeitschriften Artikel darüber liest, oder auf Seminare und Vorträge darüber geht.

Merkmal #6:

Das man sofort – schon gleich beim bewussten trainieren/üben – ein Feedback erhält. Wenn man etwas Gut gemacht hat, dass man gleich erkennt, dass es war gut. Und wenn man es nicht gut gemacht hat, auch hier gleich ein Feedback bekommt, dass man gleich stoppt und wieder von vorne beginnt.

Anwendung in der Praxis

Ich möchte Ihnen anhand von zwei Beispielen aus meinen Leben aufzeigen, wie auch Sie diese 6 Merkmale nutzen können.

ernsthaftes Trainieren
Photo: Photospin.com

Beispiel # 1

Ich hatte als Jugendlicher den großen Wunsch hervorragend und sogar professionell Gitarre spielen zu wollen. Meine Vision war es damals, so gut, oder sogar noch besser, wie Jimi Hendrix zu sein. Ich kaufte mir also eine Elektro-Gitarre und fing an zu spielen und zu üben. Fast jeden Tag und dann auch immer ein paar Stunden. Und das über ein paar Jahre hinweg (ca. 2-3 Jahre).

Lasen Sie uns mein Üben an den zuvor genannten 6 Merkmale etwas genauer analysieren.

#1 Zeit:  Ja, ich hatte Zeit investiert. Waren es 10.000 Stunden? Nein, ganz sicher nicht. Eher 500 – 1000 Stunden.

#2 Trainingsplan: Nein, den hatte ich nie. Ich spielte einfach dann, wann ich Lust und Zeit dafür hatte. Ich hatte keinen klaren Lehrplan (Lernstoffe/Übungen). Ich spielte meistens nur das, was mir gut gefiel und ich gut und schnell erlernen konnte. Das Spielen war für mich wichtiger als das Üben und Lernen.

#3 Schwierige Lernaufgaben: Ich vermied alle schwierigen Musikstücke, weil ich zum einen nicht immer wieder von vorne anfangen wollte und zum anderen auch nicht lange Lust hatte etwas zu üben. Mein Ziel war es, etwas gleich recht gut spielen zu können.

#4 Lehrer: Nein, ich hatte keinen Gitarrelehrer oder Experten der mich trainierte.

#5 Intellektuelles Lernen: Nein, ich las in meiner Freizeit keine Bücher über Notenlehre oder wie man ein besserer Gitarre-Spieler wird. Ging auch auf keine Seminare.

#6 Sofortiges Feedback: Ich wollte kein Feedback von Anderen haben, weil ich ja vor allem nur Lust auf das Spielen und nicht auf ein Training oder die Bewertung, Stellungnahme von Anderen hatte.

Wir war mein Erfolg?

Bin ich so gut wie Jimi Hendrix geworden? Nein! Und Sie und ich verstehen jetzt auch sicherlich warum es mir nicht gelungen ist. Selbst mit der größten Begeisterung und einem tollen Talent, hätte ich es mit dieser Art des Trainings nie geschafft ein hervorragender Gitarrenspieler zu werden.

Links: Lothar Hirneise, Mitte: unser Meister in Hong Kong, Rechts: ich
Links: Lothar Hirneise, Mitte: unser Meister in Hong Kong, Rechts: ich

Beispiel #2

Als ich 18 Jahre jung war, entschied ich mich Ving Tsun Kung Fu zu lernen. Primär weil ich Kung Fu liebe und weil mein damaliges großes Idol, Bruce Lee, auch Ving Tsun Kung Fu gelernt hatte. Also fing ich an Kung Fu zu lernen.

 

 

Lassen Sie uns auch hier mein Üben an den gleichen zuvor genannten 6 Merkmale etwas genauer analysieren.

#1 Zeit: Ja, ich habe sehr viel Zeit in mein Kung Fu Training investiert. Waren es 10.000 Stunden? Fast. Es waren um die 8440 Stunden. Jede Woche gab es mindestens 3 Trainingseinheiten, die jeweils zwischen 2-3 Stunden dauerten. Später unterrichtete ich sogar als Lehrer Ving Tsun Kung Fu in zwei eigenen Kung Fu Schulen in meiner Region.

#2 Trainingsplan: Ja, von Anfang an hatte ich mich in einer Wing Chung Schule angemeldet und trainierte immer sehr bewusst mit einem sehr klaren Trainingsplan.

#3 Schwierige Lernaufgaben: Ja, den ich trainiert mit Anderen, die anfänglich sehr viel besser waren als ich. Die mich forderten, mich immer wieder im Training in schwierige Situation brachten. Ich konnte schnell, sehr viel besser werden.

#4 Lehrer: Ja, ich hatte immer hervorragende Lehrer. Ich ging dann noch weiter und nahm mir sogar sehr viel Privatunterricht bei einem der besten Ving Tsun Meister in Deutschland. Später ging ich sogar nach Hong Kong, um dort von den Besten der Besten direkt an der Quelle zu lernen.

#5 Intellektuelles Lernen: Ja, ich verschlang alle Bücher, Filme, Videos zum Thema Ving Tsun. Ich schrieb sogar ein Buch dazu.

#6 Sofortiges Feedback: Ich erhielt in jedem meiner Trainingseinheiten immer sofort Feedback. War ein Stand oder eine Armbewegung falsch, wurde ich sofort von meinen Trainers korrigiert. Und in einer Sparrings-Situation gab es ebenfalls sofort Feedback. Wenn ich hier einen Fehler macht, spürte ich das sofort körperlich.

Wie war mein Erfolg hier?

Sehr viel besser. Ich kann heute durchaus behaupten, ohne arrogant oder überheblich zu wirken, dass ich damals zu den Top-10 Ving Tsun Experten in Deutschland gehört habe. Und heute kann ich auch verstehen warum.

Fazit

Wer einfach nur hin und wieder ganz bestimmte Dinge tut und übt, und sich nicht an den 6 zuvor genannten Merkmalen orientiert, der wird sehr schnell ein Leistungs-Platteau erreichen und aufhören besser zu werden.

Ernsthaftes Training – ein Training, dass sich an die zuvor genannten 6 Merkmale orientiert – ist der Schlüssel und der sicherste Weg, um außergewöhnlich gut (Weltklasse) in etwas zu werden. So setzen Sie sich von der Masse ab, fördern Sie Ihre Karriere, Ihren beruflichen Erfolg und kreieren für alle den größten Mehrwert.

Wie stellen Sie sicher, dass Sie in dem was Sie tun immer besser werden?

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