Vom Manager zum Leader

Leader versus Manager

Vom Manager zum Leader

– Jedes Unternehmen braucht Manager. Aber es braucht auch Leader. Und genau diese Leader sind in jedem Unternehmen eine der knappsten Ressourcen. Leader sind so wichtig, weil wir alle uns immer auf eine unbekannte Zukunft zubewegen. Und weil immer noch sehr viele Menschen Angst vor dieser unbekannten Zukunft haben.

Genau hier können Leader ihre besonderen Stärken ausleben. Sie kümmern sich länger, intensiver und bewusster darum, die Ziele, die sie erreichen möchten, auch zu realisieren. Sie werden kreativ, holen Hilfe, motivieren sich und andere, halten fest an der Vision. Stecken mehr Energie rein. Sehen einen Sinn darin das Ziel zu erreichen. Und haben ständig neue Ideen.

Seit vielen Jahren biete ich ein Programm an, indem ich Manager dabei unterstütze und coache sich von Manager zu Leader zu entwickeln. Nicht jeder möchte natürlich ein Leader sein. Doch wer ein starkes inneres Verlangen dafür hat, der sollte Mut beweisen und damit anfangen die eigenen Leadership-Fähigkeiten ganz bewusst auszubauen und zu fördern.

In diesem Beitrag spreche ich bewusst alle die an, die entweder Leader sein möchten oder die bereits die ersten Schritte hin zum Leader begonnen haben.

Was ist ein Manager und was ist ein Leader?

Die Literatur ist voll mit tollen Definition was ein Leader und was ein Manager ist. Im Lauf der Zeit habe ich meine ganz eigene persönliche Definition gefunden. In der nachfolgenden Übersicht zeige ich Ihnen die für mich wichtigsten Unterschiede (Merkmale und Verhalten) auf.

Leader versus Manager

Leader sind bereit, das gehen zu lassen, was bisher ganz gut funktioniert hat, um etwas zu kreieren, das noch sehr viel besser funktionieren wird. Sie wissen, das GUTE steht oft dem GROßARTIGEN im Weg.

Wenn es also darum geht, sich vom Manager zum Leader zu entwickeln, geht es vor allem darum, neue Verhalten und Vorgehensweisen sich anzutrainieren. Ein Leader braucht eindeutig andere Fähigkeiten und Verhalten als ein Manager.

Wer Leader sein will, sollte sich mehr und mehr mit den Verhalten und Gewohnheiten der zuvor genannten linke Spalte befassen.

Oftmals passiert folgendes. Jemand ist, in dem was er/sie macht, sehr erfolgreich. Ist, wenn ich bei der zuvor genutzten Metapher bleiben darf, ein „Top-Spieler“. Kreiert beständig hervorragende Resultate. Das fällt auf. Und nun, macht sich die Geschäftsführung Gedanken darüber, ob diese Person auch ein guter Leader sein könnte. Die Geschäftsführung und Personalentwicklung entscheiden, welche Person nun an einem „Leadership-Entwicklungs-Programm“ teilnehmen darf.

Und nun beginnt die wirkliche Aufgabe. Wie entwickelt man jemanden vom Manager zum Leader und wer wird am Ende auch in der Lage sein, die Transformation vom Manager zum Leader erfolgreich hinzubekommen?

Entwicklung und Transformation braucht Fokus und Zeit

Es gibt auch hier keine Magie. Es gibt nur eines, FOKUS, ZEIT & ÜBEN!

Unternehmen die immer wieder neue Leader erfolgreich entwickeln nehmen sich für ihr neuen zukünftigen Leader Zeit. Sie investieren Geld und Ressourcen um die Menschen in ihre neue Rolle systematisch und bewusst einzuführen.

Denn jeder zukünftige Leader muss nicht nur die Chance erhalten ein Leader zu sein sondern muss auch lernen die neuen Leadership-Verhalten und -Fähigkeiten in realen Situationen kontinuierlich zu entwickelt.

Wie wichtig ist hier Talent?

Ich denke es hilft immer. Doch es gibt auch Menschen mit wenig Talent, die sich zu hervorragenden Leadern entwickelt haben.

Und es gibt sehr talentierte Leader, die aber ihre Fähigkeiten nie bewusst aus- und aufgebaut und sich daher nie zu einem effektiven Leader entwickelt haben.

Talent ist meistens ein sehr guter Verstärker. Aber es ersetzt nicht das ÜBEN und auch nicht das ENTWICKELN von ganz bestimmten Verhalten und Fähigkeiten.

Beobachtung ist der Schlüssel

Leadership ist kein Titel oder Position. Ein Leader zu sein bedeutet vor allem eines, nämlich die zuvor genannten Verhalten zu leben. Ein Lehrling ebenso wie ein Sachbearbeiter (der keinerlei Personalverantwortung und keinen besonderen Titel hat) kann Ledership-Verhalten jeden Tag demonstrieren.

Aus diesem Grund beginnt für mich die Leadership Entwicklung mit bewusster Beobachtung. Jemand, der sich mit dem Thema Leadership-Entwicklung beschäftigt, sollte systematisch Menschen im Unternehmen beobachten.

Im besonderen, ob diese Menschen immer wieder die nachfolgenden Verhalten (ob nun bewusst oder unbewusst) an den Tag legen:

  • Andere möchten gerne für sie /mit ihnen arbeiten
  • Wissen wo es hingehen soll (was das Team, Unternehmen erreichen will)
  • Machen Andere stark (loben sie, geben ihnen Vertrauen und Kraft)
  • Entdecken gerne gemeinsam mit anderen, wie etwas gehen, verändert, verbessert werden kann
  • Weis, was andere Menschen (um einen herum) möchten
  • Andere vertrauen ihnen oder legen wert auf ihre Meinung
  • Setzten sich dafür ein, dass alles was für den Erfolg notwendig ist, auch vorhanden ist

Leadership-Fähigkeiten etablieren

Wenn die Personen ausgewählt wurden, die an einem „Leadership-Entwicklungs-Programm“ teilnehmen sollen, dann geht es im nächsten Schritt darum festzulegen, welche neuen Fähigkeiten diese Leader bei sich entwickeln sollten.

Das ist von Unternehmen zu Unternehmen unterschiedlich. In meiner Erfahrung gibt es jedoch sehr viele Ähnlichkeiten. Es braucht absolute Klarheit: „Was genau sollte ein Leader bei sich fördern und entwickelt? Welche Fähigkeiten sollte dieser jeden Tag ausleben?“

Um welche Art von Leadership-Fähigkeiten es sich dann am Ende handelt, legt in der Regel die Geschäftsführung / Vorstand / Gründer des Unternehmens fest. Hier ein Beispiel, um welche Leadership-Fähigkeiten es sich typischerweise handeln könnte.

  1. Groß denken können
  2. Klare und starke Vision einer Zukunft haben
  3. Entschlossenheit und Ausdauer haben, um den gewünschten Erfolg auch zu kreieren
  4. Hohe Eigenverantwortung
  5. Stärkenteam aufbauen – die Richtigen schneller ins Team holen und die Falschen schneller aus dem Team rausnehmen. Nicht Menschen per se sind das wichtigste Anlagevermögen, sondern die richtigen Menschen
  6. Kreativ sein – Lösungen finden
  7. Andere inspirieren können – sehr gut begeistern und kommunizieren können
  8.  Sehr gut mit Problemen und Instabilität umgehen können
  9. Die Fakten umgeschönt ansehen können ohne gleichzeitig Vertrauen in die Zukunft und den Erfolg zu verlieren
  10. Bescheidenheit – kleines Ego
  11. Chancenfokus
  12. Emotionale Intelligenz – Gespür für Menschen, will entdecken, ist neugierig und offen.

Ist-Aufnahme

Wenn die Leadership-Fähigkeiten definiert sind geht es im nächsten Schritt darum zu überprüfen, wie gut der neue zukünftige Leader in diesen Fähigkeiten derzeit ist. Was kann er noch nicht, was kann er schon ein wenig und was kann er bereits hervorragend.

Hierzu nutzt man am besten eine Selbst- und eine Fremdanalyse. Auf Grund dieser Ist-Aufnahme kann dann spezifisch für den zukünftigen Leader ein individueller „Leadership-Traings-Plan“ erstellt werden.

Anfangen ein Leader zu sein

Keiner kann sofort Alles hervorragend. Es wird also auch bei dieser Transformation vom Manager zum Leader Zeit brauchen. Zukünftige Leader erhalten übrigens in dieser Phase oftmals einen erfahrenen Mentor oder Coach an ihre Seite.

Und nun gibt es nur noch eins zu tun: Das die neuen Leader anfangen die neuen Leadership-Fähigkeiten immer mehr in ihre tägliche Arbeit, Projekte und Aufgaben zu integrieren. Sie zu leben.

Ein großes Problem, dass ich in dieser Phase oftmals wahrnehmen kann ist, dass die neuen jungen Leader immer wieder „bewusst oder unbewusst“ gezwungen werden, ihren „alten Hut“ des Managers aufzusetzen. Das ist so, als ob ein „Trainer“ immer wieder veranlasst wird, selbst die Sportschuhe und das Trikot wieder anzuziehen, um wieder als „Spieler“ aufs Feld zu gehen.

Das kreiert oftmals enorme Unsicherheit und Stress für alle Beteiligten. Denn der zukünftige Leader weiss nicht was das Unternehmen von ihm möchte. Soll er Leader sein? Oder doch eher Manager? Oder vielleicht sogar Beides?

In meiner Welt kann ein guter Manager nicht auch gleichzeitig ein guter Leader sein. Denn die Aktivitäten und Verhalten sind zu unterschiedlich. Das ist auch der Grund, warum es Spielertrainer nur maximal bis in die Regionalliga gibt. Wer aber Bundesliga spielen will, für denn gibt es eine sehr klare Trennung zwischen beiden.

Wer entwickelt sich zu einem guten Leader?

Nun kommt natürlich die entscheidende Phase. Wer hat es im Lauf der Zeit geschafft sich zu einem Leader zu entwickeln? Und hier habe ich für mich drei sehr einfache und kleine Tests gefunden.

Test #1: Mit was beschäftigt sich jemand

Bei diesem ersten (kleinen) Test geht es darum zu beobachten, mit welchen Dingen sich der neue Leader beschäftigt, also was er/sie primär an einem Tag macht.

Ein Leaders sollte sich mit anderen Dingen beschäftigen als ein Manager.

Leader und Manager

Leader sollten die meiste Zeit sich in der linken Spalte wiederfinden.

Wie bereits gesagt, die Entwicklung zum Leader ist ein Prozess. Es geht um das Trainieren und Aneignen von neuen Verhalten und Fähigkeiten. Und das kann natürlich auch ein wenig Zeit in Anspruch nehmen. Aber es sollte auch nicht zu lange dauern.

Test #2: Die Fähigkeit, das eigene Team zu inspirieren

Der zweite (kleine) Test, der sehr hilfreich ist, um herauszufinden, wie weit sich jemand als Leader entwickelt hat, ist zu beobachten, wie der zukünftige Leader die Menschen in seinem Team motivieren / inspirieren kann.

Denn Leader inspirieren und führen ihre Teams vor allem mit Zielen und Visionen. In diesem Test geht es darum zu beobachten, wie gut der zukünftige Leader in den folgenden 7 Dingen ist:

  1. Er (der Leader) involviert (die Menschen ihn seinem Team): wenn es möglich ist, werden große Ziele gemeinsam definiert und erarbeitet
  2. Er überträgt schnell Verantwortung: er kreiert sehr schnell Stärkenteam. Denn das reduziert die Notwendigkeit von Kontrollen und kreiert schneller bessere Resultate.
  3. Er gibt den Personen eine freie Hand bei der Umsetzung: das fördert die Kreativität und das Engagement im Team (er macht dadurch die Menschen im Team stärker und erlauben ihnen dadurch selbständig bessere Lösungen zu finden)
  4. Er hilft ihnen schneller Erfolge zu kreieren: er hilft ihnen sich auf die wenigen wichtigen Aktivitäten (EKA) zu fokussieren und baut sehr schnell ein Stärkenteam auf
  5. Er hilft ihnen eine gute Work-Life Balance (berufliche und persönliche Ziele) zu haben: achtet darauf, dass die Teammitglieder nicht „über-stressed“ sind.
  6. Er lobt viel und sofort: gibt Anerkennung, wenn etwas erfolgreich geklappt hat
  7. Er fördert und entwickelt die Personen im Team kontinuierlich: setzt sie vor allem da ein, wo sie besondere Stärken besitzen und fördert und trainiert diese Stärken kontinuierlich.

Zu führen (to lead) heißt, als Erstes zu gehen (etwas zu tun). Ehrlich den anderen davon zu berichten, was ich als Leader dadurch gelernt, erfahren, überwunden und gelöst habe. Wo ich versagt und wo ich erfolgreich war. Mein Geschenk als Leader an dich ist der, das du dann als Zweiter gehen kannst. Du kannst dich auf mich verlassen. Ich werde immer als Erster für dich gehen.

Test #3: Umgang mit Konflikten

Dies ist wieder ein sehr einfacher und sehr guter Test, um die Entwicklung vom Manager zum Leader zu erkennen. Etwas, dass wieder sehr einfach zu beobachten und festzustellen ist.

Es gibt 2 Arten von Konflikten:

  1. einen „unwichtigen Konflikt“ – etwas das für den Erfolg des Unternehmens nicht wichtig ist
  2. einen „wichtigen Konflikt“ – etwas, das für den Erfolg des Unternehmens sehr wichtig ist.

Leader sind sehr gut darin zu entscheiden, ob das, was sich ihnen gerade präsentiert ein „wichtiger Konflikt“ ist oder nicht. Ob es sich lohnt, dass man sich hier voll und ganz einsetzt – hier also aktiv wird oder nicht.

Wenn ein Leader einen „wichtigen Konflikt“ wahrgenommen hat, dann geht es darum, aus diesem wichtigen Konflikt auch einen „produktiven Konflikt“ zu machen.

Produktive Konflikte werden offen im Team angesprochen und es werden gemeinsam Lösungen dafür entwickelt. Damit am Ende alle von diesem Konflikt profitieren können. Denn diese Konflikte werden, wenn dass Team sie produktiv nutzen kann, ihnen helfen eine bessere Zukunft zu kreieren.

Gute Leader haben also keine Angst vor produktiven Konflikten und Spannungen. Ganz im Gegenteil, sie nutzen sie zum Vorteil für alle.

Diese drei sehr einfachen Test haben mir immer wieder sehr gute Dienste erwiesen.

Sind Sie ein Leader?
Möchten Sie sich zu einem Leader entwickeln?

Wenn Sie zu diesem Thema mehr Informationen erhalten möchten oder an einem persönlichen Coaching interessiert sind, dann nehmen Sie bitte gerne mit mir Kontakt auf: klaus(at)klauspertl.com 

 

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