Work-Life-Balance

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Work-Life-Balance

Wie Sie eine gelungene Balance zwischen Privatleben und Arbeit finden.

Die Fakten liegen auf der Hand: Nur die Hälfte der Arbeitnehmer in Deutschland ist der Meinung, dass ihre Firma für einen guten Ausgleich zwischen Beruf und Privatleben sorgt.

Inzwischen wechselt etwas mehr als jeder vierte Arbeitnehmer (27 Prozent) weltweit seinen Arbeitsplatz, wenn er mit der Work-Life-Balance nicht zufrieden ist. Das sind Ergebnisse einer aktuellen Studie der internationalen Unternehmensberatung Hay Group. In die Befragung sind Angaben von fünf Millionen Mitarbeitern aus 400 Unternehmen weltweit eingeflossen.

Bei den Führungskräften gibt es ebenfalls eine enorme Diskrepanz  zwischen der Zufriedenheit im Beruf  und einem unausgefüllten Privatleben. Gemäß einer aktuellen Umfrage des Institutes für Human Excellence, Galileo, kennen 86% der Führungskräfte diese Diskrepanz.

Der Hauptgrund für diese fehlende Balance ist der weltweite Trend zur Effizienzsteigerung. Das bedeutet: Mitarbeiter müssen mit immer weniger deutlich sehr viel mehr leisten. Was irgendwann unweigerlich dazu führt, dass die Menschen in Unternehmen immer unzufriedener mit ihrer Work-Life-Balance werden.

Das Arbeit- und Privatleben wieder ins Gleichgewicht bringen

Was tun? Reicht es aus diese Aufgabe dem Arbeitgeber zu übertragen? Ihn dafür verantwortlich zu machen, gut für seine Mitarbeiter/innen zu sorgen? Müssen die Arbeitgeber ihre Mitarbeiter besser schützen, damit sie wieder mehr Zeit für ihr Privatleben und weniger Stress in der Arbeit haben?

Und welche Rolle spielen die Mitarbeiter selbst? Was sollten sie tun? Sollten sie nicht auch lernen, endlich besser abzuschalten und ihr Berufsleben und Privatleben klarer voneinander zu trennen?

Diese Fragen sind nicht leicht zu beantworten. Es gibt bis heute hierzu keine Einigkeit, was der beste Weg ist.

In meiner Erfahrung gibt es jedoch sehr gute und effektive Antworten und Vorgehensweisen, die einem praktisch helfen können, wieder die Harmonie und Balance zwischen Arbeit und Privatleben herzustellen, die man sich wünscht. Was das genau beinhaltet möchte ich Ihnen in dieser kleinen Mini-Serie: „Work-Life-Balance“,  bestehend vorstellen.

  1. Im ersten Teil, geht es um das Thema: „DENKEN“. Insbesondere um ganz bestimmte Denkmodelle die uns besser helfen, eine Work-Life-Balance auch kreieren zu können.
  2. Im zweiten Teil, werde ich genauer darauf eingehen, WAS wir alle konkret tun können, um diese Balance wieder herzustellen.
  3. Und im dritten Teil geht es um mögliche WIDERSTÄNDE (Ängste, Blockaden etc.), die sich bei der Umsetzung einer besseren Work-Life-Balance auftun können, und wie Sie diese überwinden und auflösen können.

Belastende Erlebnisse sind Hinweise oder Warnzeichen

Warnzeichen dürfen und sollten daher nicht einfach ignoriert werden. Eine fehlende Work-Life-Balance (WLB) ist ein sehr klares Warnzeichen dafür, dass wir uns im besonderen:
  • über-engagieren
  • über-strecken
  • über-verpflichten
  • über-buchen

Jetzt einfach so weiter zu machen und zu hoffen, dass es irgendwie und irgendwann besser wird, ist keine logische und daher auch keine sinnvolle Strategie. Auch wenn wir uns das vielleicht insgeheim wünschen, dass irgend etwas plötzlich passiert und es uns allen dann wieder gut geht und wir auf einmal eine optimal Balance zwischen Privat- und Arbeitsleben haben. In der Regel passiert das so nicht!

Fangen wir mit dem DENKEN an 

„Das Problem ist nicht das Problem … das wirkliche Problem ist, wie wir über das Problem denken!“  Dies ist eines der wichtigsten Prinzipien die mir mein Mentor Jack Black, im Lauf der vielen Jahre die ich ihn schon kenne, immer wieder vermittelt hat.

Es hilft mir, wenn ich mich an größere Probleme oder belastende Situationen in meinem Leben ranmache, nicht zu schnell in Zweifel, Angst, Panik oder Aktionismus zu verfallen.

Die Idee dahinter ist zuerst zu reflektieren, zu prüfen wie wir über etwas (die Situation, das Problem, den Mangel etc.) denken. Denn es hat sich für mich immer wieder bestätigt, das so ziemlich jedes Problem gelöst werden kann, aber in der Regel nicht auf dem Level des Denkens, auf dem das Problem kreiert wurde oder entstanden ist.

Ist es möglich eine mangelnde Work-Life-Balance (WLB) wieder herzustellen? Ja! Aber es braucht dafür auch ganz bestimmte „Denkmodelle“ auf die ich gleich eingehen werden. Denn alle unsere Verhalten basieren immer auf ganz bestimmten mentalen Denkmodellen. Wenn ich z.B. denke, dass viel und oft zu lächeln eine tolle Sache ist (das ist mein Denksystem), dann werde ich auch leichter oft und viel lächeln. Wenn ich aber denke würde, dass es ist gar nicht so wichtig ist oft zu lächeln, dann werde ich automatisch sehr viel weniger lächeln.

Meine Top 7 Denkmodelle …

damit Sie die für Sie beste Work-Life-Balance (WLB) kreieren können!

work-life-balance teil 1WLB-Denkmodell 1: Offenheit – es kann auch besser sein! 

Es ist sehr hilfreich und wichtig, dran glauben zu können, uns selbst die Erlaubnis zu geben, dass es für Sie möglich ist, auch wenn Sie derzeit noch nicht die Balance haben die Sie sich wünschen, dass Sie diese Balance in der Zukunft doch kreieren können.

Wir brauchen diese Vorstellung und Möglichkeit (auch wenn es erst einmal nur eine mentale Vorstellung ist), dass es auch anders (schöner, leichter, besser, einfacher etc.) sein kann. Das es auch noch andere Wege gibt dies zu erreichen, die mir vielleicht derzeit noch nicht bewusst sind.

Können Sie offen dafür sein, dass auch Sie die für Sie notwendige Work-Life-Balance hinbekommen können? Auch wenn es derzeit so aussieht als ob sie Lichtjahre davon entfernt sind?

Wie offen sind Sie dafür, dass auch Sie Ihre Balance super gut hinbekommen? Glauben Sie noch an diese Möglichkeit?

Hier hilft sich bewusst zu werden, dass keiner jemals von sich behaupten kann:
a) alles zu wissen
b) alles bereits probiert zu haben
c) alles mit der richtigen Energie und Ausdauer und Qualität umgesetzt zu haben

Erst mit dieser Offenheit, wird es überhaupt möglich sein, Zeit und Energie in dieses Ziel einer optimalen WLB zu stecken.

WLB-Denkmodell 2: Beobachter sein

Gerade beim Thema Work-Life-Balance empfinden viele Menschen eine sehr klare Machtlosigkeit, Enttäuschung, Frustration, Wut und Stressgefühle. Was leicht dazu führen kann, dass wir von der Situation überrannt und kontrolliert werden. In diesem Moment können wir zum „OPFER“ der Situation werden.

Sie können immer sehr gut daran erkennen ob Sie oder andere Menschen Opfer einer Situation geworden sind. Das können Sie vor allem daran erkennen, wie diese Menschen über die Situation die sie belastet sprechen. Wer viel meckert, jammert, motzt, Schuldzuweisungen verteilt, Richter spielt und viel verurteilt etc. der ist doch meistens „gefangen“ von der Situation – ist das Opfer der Situation.

Wer hingegen mehr darüber spricht, wie die Situation möglicherweise gelöst werden kann, was die ersten Schritte sein könnten, wer gerne und schnell Hilfe und Rat sich holt etc. der ist eher „befreit“ von der Situation – wird zum „BEOBACHTER“ der Situation.

Und erst als „Beobachter“ können wir dann Ende den Schritt zum „Beeinflusser“ der Situation machen.

Die Denkaufgabe hier ist zu erkennen, wahrzunehmen, zu reflektieren ob ich mich immer noch als „Opfer“ der Situation fühle. Wie sehe ich die Situation? Wie empfinde ich das Erlebnis? Schimpfe und meckere ich zu viel?

Ich sollte erkennen, wann ich „Opfer“ bin, um dann diesen mentalen Modus zu verlassen.

Mein Weg, um aus der „temporären“ Emotion und Gefühlswelt des Opfers herauszukommen, ist die:

Wenn ich es schaffen kann, wieder besser als Beobachter wahrzunehmen, was gerade so alles passiert, dann kann ich wieder besser die wahren Ursachen für die Situation erkennen und leichter Lösungen finden.

Die Stille und innere Ruhe ist der Weg vom Opfer zum Beobachter und dann zum Beeinflusser zu werden.

WLB-Denkmodell 3: Sag die Wahrheit!

„Jeder Fortschritt (Veränderung/Verbesserung) beginnt mit der Wahrheit!“

Wir sind hervorragend darin uns selbst Dinge vorzumachen. Das können wir alle sehr gut. Wir alle können Dinge schönreden und Belastendes einfach ignoriere und verdrängen. So gut und hilfreich das in machen Situation sein kann, in anderen kann es uns eindeutig im Weg stehen.

Jede Veränderung, Verbesserung, Erneuerung beginnt damit, dass wir anfangen uns selbst die Wahrheit zu sagen. Das wir aufhören uns selbst zu belügen und etwas vormachen!

Wenn es um Work-Life-Balance geht sollten wir zwei Wahrheiten finden:
  1. Was uns stört, belastet, nervt, frustriert, stresst: Was soll stoppen?
  2. Was uns gefällt, gut tut, stark macht, ermutigt, Energie gibt: Was mehr tun?

Am besten für beide Fragen die „ehrlichen“ Antworten finden und in ein Notizbuch oder Liste eintragen.

Die Antworten helfen uns mehr Klarheit zu haben: was wir nicht mehr wollen und was wir sehr viel mehr von wollen. Klarheit ist wichtig, wenn es um Veränderung und Verbesserung geht. Klarheit hilft uns bei zukünftigen Gesprächen, Vereinbarungen, Regelungen, Vorgehensweisen etc..

WLB-Denkmodell 4:  100%-Ich-Verantwortung

Wir glauben immer noch, dass es die Aufgabe und Verantwortung der Anderen ist, dafür zu sorgen, dass wir eine gute Work-Life-Balance haben. Das der Arbeitgeber, Führungskräfte, Kollegen, Ehepartner, Freunde etc. vor allem dafür sorgen müssen, das es mir gut geht. Das die Anderen doch verstehen müssen, was gut für mich ist und was nicht. Das sie dafür sorgen, dass ich eine gute Work-Life-Balance habe.

Dieses Denkmodell des „Anspruchsdenken“ wird natürlich in der Regel nicht erfüllt. Denn Arbeitgeber, Führungskräfte etc. haben viele Ziele und Aufgaben zu erfüllen. Und nur eine davon ist, für eine gute Work-Life-Balance für ihre Mitarbeiter zu achten. Dieses Denkmodell macht einen sehr passiv und gerne zum Opfer der Situation.

Anspruchsdenken funktioniert heute nicht mehr so gut. Das heutige, und wie ich denke auch sehr viel effektivere, Denkmodell lautet: „100%-Ich-Verantwortung“. Damit ist gemeint, dass nur ich selbst, zu 100%, die Verantwortung für alle wichtige Bereiche in meinem Leben übernehmen kann.

Ich bin zum Beispiel zu 100% verantwortlich für:
  • meine Erfolge
  • mein Wohlergehen, meine Zufriedenheit, meine Lebensqualität, meine Lebensfreude, mein Glück
  • meine Gesundheit
  • meine finanziellen Wohlstand
  • meine Work-Life-Balance

Verantwortlich zu sein bedeutet nicht, dass es meine Schuld ist, wenn z.B. etwas in diesen Bereichen meines Lebens noch nicht funktionieren. Es bedeutet vielmehr, dass es meine Verantwortung ist, es so wieder hinzubekommen, dass es sich für mich gut und richtig anfühlt.

Verantwortlich sein bedeutet auch nicht, dass ich alles immer gleich wissen muss. Es bedeutet nur, dass ich die Verantwortung dafür übernehme zu lernen, besser zu werden, Hilfe und Rat von anderen zu holen, die mehr Wissen und Kenntnisse besitzen.

Das was gut für uns ist, müssen wir in der Regel immer selbst „mit-erschaffen und mit-kreieren“ Die für uns beste Situation, die für uns beste Work-Life-Balance, entsteht nicht einfach so von alleine. Alles was wir uns für ein schönes, erfolgreiches und zufriedenes Leben wünschen, muss in der Regel auch aktiv von uns selbst mit-erschaffen und mit-kreiert werden.

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Photo: Photospin.com

WLB-Denkmodell 5: Weniger und besser! 

Wir glauben immer noch, mehr ist besser. Wir glauben leider immer noch mehr zu tun, mehr Aufgaben anzunehmen als wir dann tatsächlich abarbeiten können, ein gutes Zeichen dafür ist, das wir ein motivierter, loyaler, guter und produktiver Mitarbeiter, Führungskraft, Unternehmer sind.

Dieses Denkmodell stammt noch aus einer Zeit, in der Menschen als Maschinen betrachtet wurden. Je länger sie laufen, je mehr sie tun, um so mehr Output produzieren sie.

Wir leben aber heute in einer anderen Zeit: in einer „Wissensgesellschaft“. Es geht sehr viel mehr um Dienstleistungen, um Innovationen, um Service, um Kreativität, um neue und bessere Lösungen zu finden. In so einer Welt funktioniert das Maschinenmodell nicht mehr sehr gut.

Studien zeigen ganz klar auf, wer überarbeitet, frustriert, gestresst, verärgert ist, der kann keine guten Lösungen finden.

Das Modell der Zukunft, was uns nicht nur erlaubt eine hohe Lebensqualität (eine hohe WLB) sondern auch gleichzeitig eine sehr viel höheren unternehmerischen Erfolg zu haben, basiert auf dem Denkmodell von: „Weniger und besser!“

Dieses Denkmodell hilft uns auf ganz wenige Ziele, Aufgaben/Aktivitäten, Termine, Projekte etc. zu fokussieren, um so all diese Dinge mit einer sehr viel höheren Qualität auszuführen, um so, in der gleichen Zeit, sehr viel erfolgreicher tätig zu sein.

WLB-Denkmodell 6: WLB als echte Priorität

Work-Life-Balance hat für viele nur eine „theoretische“ Bedeutung. Im realen Leben steht es sehr weit hinten an. Die Baby-Boomers (Jahrgang 1958-1963) tut sich besonders schwer damit, WLB eine größere Bedeutung zu geben. Da muss es schon zu einem Burn-Out kommen, bis die meisten Baby-Boomer anhalten und reagieren.

Für die Generation Y (Jahrgang 1977-1998) hingegen spielt WLB von Anfang an in ihrem Berufslegen eine sehr entscheidende und tragende Rolle.

Erschöpft sein als Auszeichnung?!
Leider kann ich immer wieder wahrnehmen, dass „erschöpft und überarbeitet zu sein“ auch zu einer Art Auszeichnung geworden ist. Viele reden gerne, sogar mit ein wenig Stolz darüber, wie viel sie gerade tun und wie „kaputt“ sie sind.

Solange „erschöpft sein“ als ein wichtiger Hinweis für unsere Karriere gesehen wird, solange werden wir auch weiterhin viel zu lange arbeiten, viel zu viele Projekte, Aufgaben, Ziele etc. annehmen und uns auch weiterhin permanent „über-buchen“.

Stellen Sie dieses Denkmodell unbedingt in Frage. Ich bin ein großer Fan eines ganz anderen Denkmodells: „Erholung (inkl. WLB) als DAS Fundament für Spitzenleistung“

Es ist, wenn wir beides haben möchten, Erfolg und Lebensqualität, sehr viel hilfreicher zu lernen, sich immer wieder sehr gut zu erholen und zu regenerieren. Alle nachhaltigen Höchstleistungskonzepte basieren auf folgender Logik: „Erst kommt die Erholung und dann, wenn ich erholt bin, dann kann ich auch immer wieder Spitzenleistung erbringen.“

Work-Life-Balance ist ein wichtiger Baustein für Ihre Erholung & Regeneration, was wiederum die Grundvoraussetzung dafür ist, das Sie in der täglichen Arbeit besonders effektiv zu können. In den 1990er Jahren war WLB vielleicht ein „Nice-to-have“. Heute ist WLB ganz eindeutig ein „Absolutes Muss“.

WLB hat dann die beste Chance Realität zu werden, wenn es in unserem Beruf- und Privatleben auch eine echte, reale und hohe Priorität hat.

WLB-Denkmodell 7: Nein sagen

Wir glauben leider immer noch, dass wir nicht Nein sagen können zu den „inflationären“ Zielen, Projekte, Aufgaben, Aktivitäten, Anforderungen die uns präsentiert werden oder uns selbst in den Kopf kommen. Das es schlecht oder sogar riskant für uns ist, wenn wir Nein sagen. Schlecht für unseren Erfolg, Karriere, für die Beziehungen zu anderen, für unser Wohlergehen.

Nicht Nein sagen zu können basiert vor allem auf einem Denkmodell der Angst und auf einem Modell, dass die Anderen immer besser als ich weiß, was wirklich wichtig und dringend ist.

Es ist wieder ein sehr altes Denkmodell, dass aus einer Zeit stammt, wo es einen „König“ und Tausende von „Untertanen“ gab. Wo einer alles wusste, wo einer alles bestimmte, wo einer für alle mitdachte und der Rest nur noch auszuführen hatte.

Heute kann keiner mehr behaupten wirklich alles wissen zu können. Daher ist es heute sehr viel besser und hilfreicher, sich nicht mehr einfach nur als „Befehlsempfänger“ von Zielen, Projekten und Aufgaben zu sehen. Wir sollten uns vielmehr sehr viel bewusster mit diesen Zielen, Vorgaben, Projekten beschäftigen. Und dazu gehört sehr viel klarer den Sinn, die Bedeutung, die Effektivität dieser Dinge besser zu verstehen. Gerne auch zu hinterfragen.

Es wird heute keinen mehr überraschen, das die meisten von uns eindeutig VIEL zu VIEL jeden Tag tun. Und das wir auch sehr oft Dinge tun, die totaler Nonsens sind (die extrem ineffektiv, unproduktiv, Zeitfresser etc. sind).

Jedes mittel- bis langfristig erfolgreiche Unternehmen braucht heute, mehr den je, Mitarbeiter und Führungskräfte, die diesen Nonsens nicht einfach wie „Roboter“ unreflektiert und ungefragt umsetzen. Sie braucht Menschen, die auch Nein sagen können. Die uns allen mit ihrem „Nein“ zum Nachdenken bringen: „Ist das, was ich jetzt tun möchte/sollte/muss wirklich das, was uns heute am meisten weiterbringen wird?“ 

In unserer Informationsgesellschaft werden wir alle, mit zu vielen Informationen, Ideen, Strategien, Chancen, Möglichkeiten, Potenzialen, Vorgehensweisen etc. überschüttet. Jeden Tag, jede Woche eine neue Idee, eine neue Möglichkeit! Nein sagen zu können ist eine Basis-Fähigkeit, um in dieser Gesellschaft überleben zu können.

Erlauben Sie durchaus die Möglichkeit, dass auch Sie, ich, wie alle, immer noch zu viele Dinge tun, die Sie/ich/wir unbedingt stoppen sollten. Wo Sie/ich/wir unbedingt Nein sagen sollten.

Im zweiten Beitrag dieser Mini-Serie werde ich hier auf ein paar Strategien eingehen, wie Sie „schneller“ NEIN und „langsamer“ JA sagen können.

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Neue Denkmodelle erlauben neue Möglichkeiten 

Ich halte Work-Life-Balance für sehr wichtig (siehe WLB-Denkmodell 6). Aber ich weiß auch, jedes neue Verhalten, wenn es langfristig und nachhaltig auch funktionieren soll, basiert immer auch auf ganz bestimmten (neuen und hilfreicheren) Denkmodellen. Denkmodellen, die es einem auch ermögliche das, was man erreichen will, auch erreichen zu können.

Für mich sind diese sieben WLB-Denkmodelle ein wichtiges Fundament, um dann den zweiten Schritt sehr viel leichter und besser gehen zu können, nämlich aktiv die WLB zu kreieren, die wir uns wünschen.

Probleme und Druckpunkte werden natürlich, nur auf Grund dieser sieben WLB-Denkmodelle nicht einfach verschwinden, aber ich werde diese Hindernisse anders auf- und wahrnehmen. Es hilft mir möglicherweise besser zu erkennen, ob es nicht auch hier der Fall ist, „dass das Problem nicht das Problem ist, sondern dass das wahre Problem das ist, wie ich über das Problem denke“.

Erkunden und neugierig sein

Alle, die offen sind und Lust haben, ihre Work-Life-Balance aktiv in den nächsten Wochen und Monaten deutlich zu verbessern, möchte ich aufrufen, zuerst ihr eigenen Denkmodelle genauer, in Bezug auf das Thema Work-Life-Balance, zu erkunden. Sich bewusster werden, wie und was Sie denken, wenn es darum geht, die Balance zu kreieren, die sie sich wünschen.

Wir denken Sie in Bezug auf Ihre Work-Life-Balance?
  • Glauben Sie daran, dass Sie Ihre beste Work-Life-Balance kreieren können?
  • Haben Sie Denkmodelle, die es Ihnen nur schwer (oder gar nicht) ermöglichen eine bessere Work-Life-Balance zu kreieren? Wenn ja, wie sehen diese aus?
  • Wie stehen Sie zu diesen sieben WLB-Denkmodellen? Wo gibt es für Sie Abweichungen? Wo Übereinstimmungen

Teil 2 meiner Mini-Serie: Work-Life-Balance 

Immer dann, wenn es in unserem Leben darum geht etwas zu verändern / zu verbessern, gibt es für mich sechs wichtige Schritte zu beachten. Das gleiche gilt auch für die Verbesserung der eigenen Work-Life-Balance.

Das Ziel dieser sechs Schritte ist, damit auch real die für Sie beste Work-Life-Balance in Ihr Leben kommen kann, dass eine Reihe neuer Gewohnheiten in Ihr Leben kommen. Das etwas ALTES geht und etwas NEUES beginnt.

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Schritt 1: Leadership 

Damit beginnt jede Form von Verbesserung in unserem Leben. Auch beim Thema WLB. WLB hat dann die beste Chance in unsere Leben zu kommen, wenn wir selbst dafür die Verantwortung übernehmen. WLB entsteht nicht einfach so. Es braucht Energie, Einsatz und Engagement. Aber vor allem braucht es Sie, der diesen ganzen Prozess der Realisierung einer tollen WLB anführt.

Sind Sie bereit, die 100%ige-Ich-Verantwortung für Ihre Work-Life-Balance zu übernehmen?

Sie müssen nicht unbedingt alles selbst tun oder wissen. Sie können natürlich auch gerne die Hilfe und Kooperation Anderer in Anspruch nehmen. Es geht vielmehr darum die Verantwortung für die Realisierung Ihrer Work-Life-Balance zu übernehmen. Notwendige Entscheidungen zu treffen, sich aktiv darum zu kümmern was einem hilft die für einen wichtige Work-Life-Balance auch zu realisieren. Zeit zum Denken und Reflektieren zu nehmen. Sich mit Lösungen zu beschäftigen.

Woran kann man erkennen wenn man noch nicht die 100%-Ich-Verantwortung für etwas übernommen hat? Vor allem daran, wenn man noch immer sehr viel darüber meckert, motzt, jammert, urteilt, Andere kritisiert, von Anderen hofft, dass sie mehr tun.

Auf einer Skala von 1 bis 10, welchen Wert würden Sie sich geben in Bezug auf die 100%ige Eigenverantwortung für Ihre WLB zu übernehmen? Eine 1 bedeutet, Sie denken, dass die 100%ige Verantwortung dafür, dass Sie eine optimale WLB haben, bei Anderen liegt. Eine 10 bedeutet, Sie übernehmen 100% die Verantwortung für Ihre optimale WLB. Oder eben einen Wert zwischen 1 und 10.

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Schritt 2:  Motivation 

Motivation ist die Energie die wir brauchen, um beständig und ausdauernd aktiv werden zu können. Motiviert sind wir vor allem dann, wenn:

  • ich etwas Belastendes vermeiden kann und/oder
  • ich etwas Wünschenswertes realisieren kann und/oder
  • ich das Gefühl von Gemeinschaft / Zugehörigkeit erleben kann

Das heißt, wir sind dann motiviert, wenn wir bei dem was wir tun oder tun wollen, einen Nutzen finden können. Welcher Nutzen bringt Ihnen eine bessere Work-Life-Balance? Was ist Ihre Motiv, um eine bessere WLB zu haben? Nehmen Sie sich Zeit und schreiben Sie Ihre Antworten auf.

ziele und nutzen work life balance 2

Denken Sie hier auch an den beziehungstechnischen, emotionalen, körperlichen, mentalen, spirituellen, finanziellen, intellektuellen etc. Nutzen, der Ihnen eine besser WLB bringen wird.Nutzen schafft eine hervorragende Basis dafür, dass wir auch wirklich bereit sind, etwas in unserem Leben, in unserem  derzeitigen täglichen Verhalten zu verändern und zu verbessern.

Wie drückt sich eine hohe Motivation hier aus? Sie sind sehr offen, neugierig, interessiert, lernbereit, kreativ, lösungsorientiert, möchten Hindernisse gerne überwinden und Probleme lösen, haben Lust darauf etwas aktiv zu kreieren (oder mit zu kreieren) und sind bereit Dinge, Verhalten, Gewohnheiten etc. zu verändern.

Wenn Sie sich nun Ihre Nutzen-Liste ansehen, wie hoch ist Ihre Motivation, die WLB zu kreieren, die Sie wirklich haben möchten? Nutzen Sie wieder die nachfolgende Skala. Eine 1 bedeutet, Sie haben nur eine sehr geringe Motivation. Eine 10 bedeutet, Sie sind extrem motiviert, das zu realisieren.

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Schritt 3: Priorität 

Wir haben mit den beiden ersten wichtigen Schritten begonnen. Doch das wird oft alleine noch nicht ausreichen. Denn ich kann die Verantwortung für meine WLB übernehmen und ich kann sogar sehr motiviert sein diese WLB hinzubekommen.  Doch wenn dieses ganze Thema nicht auch einen hohen Stellenwert in meinem Leben hat, wird es einfach nur bei einem Wunsch und einer Hoffnung bleiben.

Was jetzt als nächstes geklärt werden sollte ist die Frage: „Wie wichtig ist es mir wirklich, dieses Ziel zu erreichen?“ 

Denn jeder von uns hat schon sehr viel zu tun. Wie alle haben auch schon viele andere Prioritäten, um die wir uns zu kümmern haben. Haben wir jetzt auch wirklich die Zeit und Energie, um auch diesem Ziel meine ganze Aufmerksamkeit zu geben?

Jetzt sind Sie als „Verkäufer“ gefordert. Sie brauchen jetzt die Fähigkeit, sich Selbst, Ihre eigene Idee (Wunsch/Vorstellung) von einer für Sie besseren Work-Life-Balance, zu verkaufen.

Das erinnert mich ein wenig an die oftmals sehr merkwürdige Situation, dass wenn jemand mit dem Zigarettenrauchen aufhören möchte, dieser Mensch auf der einen Seite versteht wir gut es wäre damit aufzuhören, aber auch der anderen Seite auch viel Freude am Rauchen hat. Das dieser Mensch hin- und hergerissen ist zwischen: Ablehnung und Liebe, zwischen Ekel und Genuss, zwischen Verstand und Gefühlen.

So geht es vielen, wenn es um die beste Balance von Arbeit und Privatleben geht.

Natürlich ist auch Ihnen klar, die für Sie beste WLB kann nur dann in Ihr Leben kommen, wenn es für Sie auch eine Top-Priorität hat. Sind Sie ehrlich mit sich selbst. Wie

wichtig ist für Sie das Ziele, eine hohe WLB zu haben? Hat es wirklich eine Top-Priorität?

Geben Sie sich wieder einen Wert auf der Skala von 1 bis 10. Eine 1 bedeutet, es hat für Sie nicht eine Top-Priorität. Andere Dinge sind derzeit sehr viel wichtiger für Sie. Eine 10 bedeutet, es hat für Sie eine absolute Top-Priorität.

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Hat es für Sie eine Top-Priorität? Haben Sie sich eine 8, 9 oder 10 gegeben?

Falls der Wert noch unter 8 ist, lohnt es sich an dieser Stelle noch einem sich sehr deutlich bewusst zu machen, was Sie alles TOLLES und WICHTIGES GEWINNEN werden (was Ihr Nutzen ist), wenn Sie Ihre beste WLB zu einer Top-Priorität machen.

„Der letztendliche Sinn der Menschheit ist nicht ARBEIT sondern SINNHAFTIGKEIT“ 

Schritt 4: Klarheit – Ziele 

Sie sind auf einem sehr guten Weg. Ich hoffe, dass Sie sich bei den ersten drei Schritten jeweils eine 8 oder höher gegeben haben. Wenn das der Fall ist, dann macht es jetzt sehr viel Sinn, sich ein sehr klares, spezifisches, motivierendes und messbares Ziel für Ihre WLB zu setzen.

Unser Gehirn braucht Ziele. Denn unser Gehirn kann nur sehen, wahrnehmen und hören, nachdem wir auch Ausschau halten. Ziele geben uns einen klaren Fokus, sie helfen unser Denken,  helfen uns Ideen und Strategien zu entwickeln, wie wir diese Ziele erreichen können.

Wie sieht eine für Sie hervorragende Work-Life-Balance in der realen Umsetzung aus? Was müsste genau eintreten und passieren, damit Sie mit Ihrer WLB zufrieden und glücklich wären?

Seien Sie so genau, so spezifisch und detailliert wie möglich. Am besten sollte dieses Ziele auch messbar sein.

Diese zusätzlichen Fragen können Ihnen bei der Beschreibung Ihres Zieles noch zusätzlich helfen:  
  • Was ist für Sie ein hervorragender Arbeitstag – Arbeitswoche?
  • Was ist für Sie eine perfekte und ein erholsame Freizeit?
  • Was brauchen Sie um eine sehr gute Balance zwischen Beruf und Privatleben haben zu können?
  • Bis wann möchten Sie diese Work-Life-Balance in Ihrem Leben etabliert haben?
  • Wieviel Zeit möchten Sie in welchen Bereichen Ihres Lebens am liebsten verbringen?
  • Was möchten Sie real erleben und wahrnehmen, das Ihnen das Gefühl einer guten Balance gibt?

Schreiben Sie Ihr Ziel auf. Denn alles was Sie handschriftlich aufschreiben, hat für Ihr Gehirn eine sehr viel größere Bedeutung.

Schritt 5:  Strategie 

Jetzt, nachdem Sie wissen wie eine für Sie hervorragende WLB genau aussehen soll, geht es darum konkreter darüber nachzudenken, was Sie jetzt pro-aktiv tun können, um dieses Ziel zu realisieren.

Welche neue Aktivitäten, Verhalten und Gewohnheiten werden Ihnen helfen, genau dieses Ziel zu realisieren?

Meine bevorzugte Vorgehensweise ist die „Goodfinder“ zu sein. Von Erfolgen zu lernen. Also herauszufinden, was bereits sehr gut funktioniert und sich in der Praxis bewährt hat, wenn es um eine tolle WLB geht. Erfolge hinterlassen immer auch sehr klare Spuren.

Was funktioniert? Was hat sich in der Praxis bewährt?
In meiner Arbeit als Coach und Trainer habe ich in den letzten 17 Jahren sehr viele interessante Vorgehensweisen kennengelernt, wenn es um das Thema WLB geht. Doch wie Sie wissen, möchte ich nicht 100 Dinge tun, sondern nur die ganz wenigen (2-3) Dinge tun (EKA), die die höchste Wirkung haben, mir helfen sehr viel schneller mein Ziel zu erreichen.

Top-3-EKA Aktivitäten / Gewohnheiten
Nachfolgend meine Top-3 Aktivitäten, drei neue Gewohnheiten, die Ihnen konkret helfen werden, eine sehr viel bessere Work-Life-Balance zu kreieren. Es geht um Veränderungen von Gewohnheiten (etwas zu stoppen, etwas hinzuzufügen und/oder etwas zu verändern).

Gewohnheit #1: Erholung & Regeneration

Über das Chunking-Zeitmodell habe ich bereits geschrieben. Es lohnt sich in jedem Fall, diesen Beitrag zu lesen.

Nehmen Sie Ihren Jahres-/Quartals-Kalender zur Hand. Bestimmen Sie wieviel Tage Sie z.B. in den nächsten 3 Monaten für Erholung und Regeneration sich nehmen werden. Dann markieren Sie diese Tage in Ihrem Kalender. Damit sind diese Tage geschützt und blockiert. An diesen Tagen geht es nur ums Sie, Ihre wichtigen Beziehungen, Ihre Erholung und Regeneration.

Überlassen Sie die Qualität dieser Erholungszeit nicht dem Zufall. Machen Sie sich bewusster Gedanken darüber, was es genau für Sie bedeutet einen tollen und erholsamen Erholungstag zu haben. Welche Aktivitäten, Beziehungen, Dinge lieben Sie und tun Ihnen gut?

Und dann schützen Sie diesen Tag vor jeglichen „beruflichen“ Störungen. Lassen Sie den beruflichen Computer, Handy, Laptop etc. aus. Lesen Sie keine beruflichen SMS oder Emails an diesem Tag.

Ich lebe nach dem Motto: „Work hard and play hard“. Damit ist gemeint, wenn ich arbeite, dann arbeite ich sehr fokussiert und durchaus auch lange. Aber dann, wenn ich einen Erhoungstag habe, dann geht es an diesem Tag nur um Erholung, Regeneration und Abschalten. Und auch das mache ich gerne und lang und mit Ausdauer.

Gewohnheit #2: Loslassen  

Auch zu diesem Thema habe ich bereits einen Beitrag geschrieben:

In diesen Beiträgen beschreibe ich auch sehr genau, wie Sie bewusst und effektive Dinge loslassen können.

Eine fehlende Work-Life-Balance ist ein sehr deutlicher Hinweis dafür, dass wir uns ganz eindeutig zu viel tun: Uns über-engagieren, über-strecken, über-verpflichten, über-buchen etc. Es geht also kein Weg daran vorbei, wenn Sie wirklich eine bessere WLB haben möchten, Dinge systematisch loszulassen. Das Sie Störungen, Belastendes, Ineffektives, Zeitfresser etc. im Beruf- wie im Privatleben aufgeben. Stoppen, eliminieren und/oder reduzieren.

Wenn Sie es sich ganz einfach machen möchten, dann kreieren Sie zwei Listen. Eine Liste für den Beruf und eine für die Freizeit. Dann ziehen Sie einen Strich durch jeder der beiden Listen. Links steht als Überschrift „Energie“ und rechts steht „Zeug“.

energie - zeug - work life balance teil 2

Auf der linken Spalte tragen Sie alles das ein, was Ihnen Energie (Erfolg, Fortschritt, ein gutes Gefühl, Wohlbefinden etc.) bringt. In die rechte Spalte alles, was Sie belastet, stört, nervt, unzufrieden etc. macht.

Dann beginnen Sie damit, aus der Spalte „Zeug“, 3 Dinge auszuwählen die Sie in den nächsten 90 Tagen stoppen und loslassen werden. Und Sie nehmen sich aus der Spalte „Energie“ 3 Dinge vor, die Sie in den nächsten 90 Tagen verstärkt tun werden. Wenn Sie dieses Konzept alle 3 Monate für 2 Jahre wiederholen, haben Sie ziemlich sicher 80% von den Dingen losgelassen, die Ihnen heute nicht mehr gut tun.

Gewohnheit #3: Weniger und Besser 

Auch hierzu habe ich bereits einen Beitrag geschrieben: Hin zu weniger und besser
Bitte auch hier diesen Beitrag noch einmal durchzulesen.

Fakt ist, nur weil wir viel tun, lange arbeiten, sehr beschäftigt sind, bedeutet das nicht automatisch, dass wir auch sehr effektiv sind. Studien zeigen, das wir in 40-80% der Arbeitszeit Dinge tun, die nicht besonders effektiv und/oder produktiv sind.

Idealen Arbeitstag festlegen

Bestimmen Sie, was ist für Sie der beste / effektivste Arbeitstag? Wie sieht Ihr idealer Arbeitstag aus?

Wie lange ist er? Wie oft machen Sie Pausen? Was sind die wenigen, wichtigen Dingen (Aktivitäten, Projekte) die für Sie die höchste Wirkung erzielen (was Ihre EKA-Aktivitäten sind)?

Beginnen Sie die Gewohnheit, sehr viel weniger an Ihrem Arbeitstag zu machen, dafür aber sicher zu stellen, dass das Wenige das Sie tun, den für Sie/Team/Unternehmen höchsten Mehrwert kreiert. Weniger und besser, dass ist das Zukunftskonzept. In Kombination mit „Gewohnheit #2: Loslassen“, werden Sie dadurch in der Tat nicht nur sehr viel mehr Erfolg haben sondern auch gleichzeitig sehr viel früher nach Hause können.

Nein-sagen! 

Ja, es ist tatsächlich heute enorm wichtig und sehr gut für Sie, Ihr Team, Ihr Unternehmen und Ihre Karriere, wenn Sie Nein-sagen können. Für mich sieht das in der Praxis wie folgt aus. Stellen Sie sich folgende Situation vor: Sie sprechen mit Ihrem Vorgesetzten und dieser hat die Idee, das Sie jetzt unbedingt noch Projekt X machen sollten.

Dann sollten Sie sich angewöhnen folgende Fragen zu stellen:

1) Handelt es sich um eine EKA? 

Das könnten Sie sagen: „Ich arbeite derzeit an einer EKA. Wenn ich jetzt X machen soll, dann muss ich diese EKA stoppen. Beide Dinge kann ich heute nicht mit der Qualität tun die Sie und ich und unsere Kunden von uns erwarten. Was halten Sie für wichtiger? Mein jetziges EKA oder X? Ich bin nicht sicher, ob X wirklich eine EKA ist. Lass uns also kurz überlegen, ob es eine EKA ist und ob es eine bessere EKA ist als das, was ich gerade mache.“

Wenn es sich herausstellt, dass es sich nicht um eine EKA handelt, dann einfach sagen: „Danke, dass du an mich gedacht hast, aber das ist derzeit keine EKA. Deshalb kann ich es auch nicht annehmen.“ 

Wenn es sich um eine EKA handelt, dann immer noch nicht JA sagen!

2) Bin ich die beste Person für diese Aufgabe? Entspricht es meinen besonderen Stärken? 

Das könnten Sie hier sagen: „Ja, X ist ganz eindeutig eine EKA und diese Aufgabe ist wirklich besser, wichtiger als das, was ich gerade mache. Jetzt müssten wir als nächstes herausfinden, ob ich die einzige/beste Person für diese Aufgabe bin.“

Hier ist also der Fokus, wer die besten Fähigkeiten, Stärken, Talente besitzt, um diese EKA „X“ am besten umzusetzen. Wenn es eine andere Person gibt, die das besser kann wie Sie, dann sollte diese Aufgabe an diese Person übergeben werden.

Wenn es sich um eine EKA handelt und Sie tatsächlich die beste/einzige Person dafür sind, dann immer noch nicht JA sagen!

3) Wir dringlich ist diese Aufgabe? 

Sie können hier sagen: „Ja, es ist eine EKA und ich bin die beste Person, um das umzusetzen. Jetzt sollte ich noch wissen, bis wann es umgesetzt werden muss. Gleich heute, Morgen, diese Woche? Wie ist die Dringlichkeit? Welche Terminvorgaben und Fristen gibt es hier.“

Wenn es nicht gleich heute gemacht werden muss, dann den Kalender herausnehmen und diese Aufgabe an einem Tag eintragen, wo Sie ausreichend Zeit dafür haben.

Wenn es jedoch dringend ist, es eindeutige eine EKA ist und nur Sie es wirklich umsetzen können, erst dann, wenn diese drei Voraussetzungen abgeklärt sind, nehmen Sie diese Aufgabe an. Erst dann ja sagen.

Gewöhnen Sie es sich an, immer sehr langsam JA zu neuen Aufgaben, Projekten, Aktivitäten zu sagen. Erst sehr viel genau (mit Hilfe der zuvor genannten 3 Fragen) überprüfen wie wichtig und relevant es wirklich ist.

Hören Sie auf UND zu denken. Fangen Sie an ENTWEDER / ODER zu denken.
Entweder ich mache das was ich heute als EKA identifiziert habe, oder ich mache diese neue Aufgabe X. Ich mache aber nur das neue X wenn ich sicher bin, dass es eine EKA ist, es meinen Stärken entspricht und es dringlich ist. In diesem Moment werde ich aber nicht beide Aufgaben tun. Entweder meine ursprüngliche EKA oder diese neue EKA.

Kommunizieren Sie, dass Sie in Zukunft nicht mehr beides tun werden. Es hilft nicht nur Ihnen, sondern allen in Ihrem Team, sehr viel bewusster abzuwägen, was wirklich effektiv ist und was nicht.

Stellen Sie sich und Ihrem Team immer wieder die Frage:

„Ist das, was ich jetzt tun (oder tun soll) auch das, was uns wirklich voranbringt?“

Schützen Sie Ihre Zeit

Wir können so ziemlich alles in unserem Leben ersetzen, bis auf die Zeit die wir haben. Wir können z.B. ein Haus oder eine Arbeit die Sie verlieren durch ein anderes Haus, eine andere Arbeit, wieder ersetzen. Das gleiche gilt für Geld, ein Auto, ein Buch, eine Uhr.

Doch die Zeit die wir für etwas verbraucht haben, kann nicht mehr ersetzt werden. Unsere Zeit ist endlich und limitiert.

Sie ist eine der knappsten und wichtigsten Ressourcen in unserem Leben. Geben Sie Ihrer Zeit einen sehr viel höheren Wert. Ich betrachte meine Zeit die ich für etwas einsetze nicht einfach nur als Zeit, sondern als „Lebenszeit“. Zeit, die wenn sie verbraucht wurde, nicht mehr ersetzt werden kann.

Involvieren Sie Andere

Sie müssen Ihr WLB-Ziel nicht alleine realisieren. Sprechen Sie mit Ihrem Team / Kollegen darüber, wie Sie das Thema WLB sehen und welche Ziele Sie sich hierzu gesetzt haben. Erkunden Sie gemeinsam, welche Denksysteme Teil Ihrer Teamkultur geworden sind, wenn es um das Thema WLB geht. Finden Sie heraus, ob diese Denksysteme Ihnen erlauben eine hohe WLB zu haben oder nicht.

Sprechen Sie auch mit Ihren Kollegen/innen und Vorgesetzten über meine Top-3-EKA Aktivitäten in Bezug auf WLB und sehen Sie, ob Sie von Ihnen Unterstützung dafür erhalten oder nicht.

Schritt 6: Anfangen 

Und nun geht es nur noch darum anzufangen. Es braucht auch hier den ersten aktiven Schritt. Ich empfehle Ihnen, am besten nur mit einer kleinen ersten Sache zu beginnen. Sie entscheiden welche. Doch fangen Sie an. Und dann, wenn Sie damit 1-2 Wochen gearbeitet haben, und sich damit sehr viel wohler fühlen, und Sie damit erste Fortschritte und kleine Erfolge kreiert haben, erst dann beginnen Sie die nächste neue Gewohnheit in Ihr Leben zu integrieren.

Folgen Sie diesem Fahrplan und mache Sie die für Sie beste WLB zu Ihrer Realität.  

Teil 3 der Mini-Serie über Work-Life Balance

Im nächsten Teil erfahren Sie meine Topp 7 Vorgehensweisen die Ihnen helfen werden, Widerstände und Hindernisse auf der Realisierung Ihrer WLB zu eliminieren.

work life balance teil 3
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Hindernis #1: Aufschieben

Wenn Sie nicht aktiv werden – es immer wieder aufschieben-, dann ist es durchaus wieder an der Zeit sehr ehrlich zu sich selbst zu sein. Wie wichtig ist eine bessere WLB zu Sie wirklich? Hat das Erreichen einer hervorragender WLB für Sie wirklich eine Top-Priorität? Sind Sie wirklich bereit bewusst und aktiv neue Gewohnheiten in Ihr Leben zu bringen?

Gehen Sie in diesem Fall wieder zurück und lesen Sie vor allem die hier bereits beschriebenen Punkte: Leadership, Motivation und Priorität.

Um etwas zu tun, zu beginnen, zu stoppen, zu verändern etc. braucht es immer eine sehr klare Entscheidung. Eine Entscheidung ist ein sehr bewusster und hoffentlich auch gut durchdachter Akt. Entweder man trifft eine Entscheidung oder man trifft sie nicht. Eine Entscheidung ist sehr viel mehr als nur ein Wusch oder eine Hoffnung. Es ist das Trennen und Loslassen von allen anderen Möglichkeiten.

Entscheiden: klären, anordnen, ein Urteil fällen und beinhaltet das Wort „scheiden“, was vor allem eines bedeutet, sich von etwas trennen (weglassen).

Ein weiterer Grund warum Sie vielleicht noch nicht aktiv geworden sind ist der, dass Sie noch auf den richtigen Moment warten. Hier ist die Lösung sehr einfach: „Denn richtigen Moment wird es nie geben – heute ist der beste Moment etwas Wichtiges zu beginnen. Beginnen Sie heute.“

Hindernis #2: Angst

Es gibt in der Regel gar nicht so viele Ängste die sich hier auftun können, wenn es darum geht etwas Neues sich anzugewöhnen. Die größten Ängste sind hier vielleicht:

  • Angst vor dem Versagen (sich zu blamieren, es nicht zu schaffen)
  • Angst vor dem Erfolg (Angst davor was es dann wirklich für mich bedeuten wird)
  • Angst davor, dass man durch diese neue Verhalten Nachteile haben wird (z.B. etwas Wichtiges zu verpassen, Karriere-Angst)
  • Angst davor, nicht mehr dazuzugehören (Keine Anerkennung mehr von den Anderen zu erhalten, nicht mehr Teil der „normalen Arbeitskultur zu sein. Was werden wohl die Anderen jetzt von mich denken?)

Angst ist eine ganz natürlich Emotion. Es hat eine sehr wichtige Schutzfunktion. Wenn man also das Bekannte verlässt, um etwas Neues zu beginnen, dann MUSS immer auch ganz natürlich Angst auftauchen.

Es geht also nicht darum, dass Sie keine Ängste haben sollten. Es geht vielmehr darum, wie viel Macht Sie dieser Angst geben wollen und ob es sich bei dieser Angst auch um einen wichtige und sinnvolle Angst handelt. Angst sollte uns schützen und uns nicht daran hindern, etwas Sinnvolles und Wichtiges, wie eine hervorragende WLB, zu kreieren.

In meiner Erfahrung basieren die meisten unsere Ängste (wenn es um sinnvolle Veränderungen geht) auf einem „selbst-limitierenden“ Denksystem. Damit sind Meinungen und Überzeugungen gemeint, die einen daran hindern (einem im Weg stehen), dass zu tun, was notwendig und wichtig ist, um ein Ziel zu erreichen.

Solche „selbstlimitierenden“ Denksysteme gilt es immer in Frage zu stellen und mit einem hilfreicheren Denksystem zu ersetzen. Ich verwende hierzu die Fragetechnik von Byron Katie.

  • Die erste Frage lautet: „Kann ich 100% sicher sein, das diese belastende Überzeugung die ich habe, wirklich stimmt?“
  • Die zweite Frage lautet: „Wenn ich an dieser belastenden Überzeugung festhalte, werde ich dadurch mehr Druck, Stress, Nachteile etc. haben?“
  • Die dritte Frage lautet: „Was wäre für mich eine hilfreichere Überzeugung, die für mich ebenfalls wahr ist?“

Hier können Sie, nochmals genauer nachlesen, wie diese Fragetechnik genau funktioniert.

work life balance Teil 3
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Mut

Eine zweite Möglichkeit mit diesen Ängsten umzugehen ist die, dass Sie, obwohl Sie die Angst spüren (was sich natürlich nicht immer sehr gut anfühlt) einfach genau das tun, jetzt getan werden muss. Die Angst fühlen und es trotzdem tun.

Ja, dafür braucht es MUT. Doch hier ist die gute Nachricht. Wenn Sie anfänglich Mut beweisen und das für Ihren Erfolg notwendige tun – auch wenn es Ihnen ein wenig Angst macht – dann werden Sie in der Regel anschließend (nachdem Sie es getan haben) auch erste kleine Fortschritte und Erfolge erleben und wahrnehmen.

Sie werden vielleicht sogar feststellen, dass das, was Ihnen ursprünglich so viel Angst gemacht hat, entweder gar nicht eingetreten ist oder gar nicht so schlimm war. Das Sie es vielleicht sogar besser hinbekommen haben als anfänglich gedacht.

Wenn Sie sich dieser Fortschritte bewusst werden, dann werden Sie feststellen, dass diese Angst allmählich verschwindet und das es nach ein paar Wiederholungen, mit dem Gefühl von „Bekanntheit und Vertrauen“, ersetzt wird.

„Nur die, die den Mut haben richtig groß zu scheitern, können auch richtig Großes erreichen.“ John F. Kennedy

Hindernis #3: Perfektion

Es kann durchaus folgendes eintreten: Sie fangen mit ersten kleinen / größeren Veränderung an. Sie beginnen. Doch Sie haben eine sehr hohe Erwartungshaltung. Sie erwarten, dass alles was Sie tun, auch immer gleich perfekt funktioniert, Sie immer auch perfekt hinbekommen.

Sie haben einen vielleicht viel zu hohen perfektionistischen Anspruch. Und weil Sie dann enttäuscht sind, wenn es nicht immer gleich perfekt klappt, geben Sie viel zu früh / zu schnell auf.

Es gibt hier zwei sehr gute Lösungen.

1) Klein – mit wenig – anfangen

Beginnen Sie nicht gleichzeitig mit zu vielen neuen Veränderungen. Überfordern Sie sich nicht. Fangen Sie klein an. Am besten immer nur mit einer Sache. Üben und integrieren Sie nur eine neue Gewohnheit in Ihr Leben. Und dann, vielleicht nach 2-4 Wochen, wenn diese eine neue Gewohnheit sich für Sie normal anfühlt, erst dann integrieren und üben Sie die nächste.

Fangen Sie z.B. zuerst nur mit der Orientierung von Zeug zu Energie an. Erkennen Sie was für „Zeug“ Ihnen Ihre Zeit, Motivation und Energie raubt. Trennen Sie sich alle 90 Tage von 3 dieser Dinge. Hier könnte es sich um bestimmte Gedanken, bestimmte Aktivitäten oder bestimmte Beziehungen handeln.

2) Fokus aus Fortschritte

Generell kann ich jedem empfehlen, wenn wir etwas tun, anfangen, verändern, sich nicht so sehr auf Perfektion (das man alles gleich hervorragend kann, dass alles gleich klappen wird) sondern vielmehr auf Fortschritte zu fokussieren.

Erkennen Sie was besser geworden ist. Auch wenn es nur sehr kleine Fortschritte gibt. Aber fokussieren Sie sich darauf. Erkennen Sie diese Fortschritte. Nutzen Sie hierzu gerne das Erfolgs-/Dankbarkeitsjournal.

„Fortschritt und nicht Perfektion.“

Fortschritte zu erkennen ist wichtig und auch ein hervorragender Weg, um Ihre Motivation und Ihr Vertrauen in Ihr WLB hoch zu halten.

Fangen Sie am besten immer nur mit einer neuen Gewohnheit an. Tun Sie diese eine Sache regelmäßig und erkennen Sie welche Fortschritte Sie jeden Tag machen.

Hindernis #4: Wahre Ursache noch unklar

Ursachenarbeit ist für mich immer der beste Weg, um eine dauerhafte und nachhaltige Lösung für ein bestehendes Problem zu finden. Symptome zu behandeln ist meistens nicht ausreichend.

Für so eine Arbeit brauchen wir immer auch ein wenig Abstand und einen „kühlen“ (entspannten, reflektiven und auch ehrlichen) Geist. Wenn wir ausflippen, wütend sind, uns die Emotionen überrennen, können wir das in der Regel nicht die wahren Ursachen für etwas finden.

Gehen Sie den für Sie wahren Ursachen für eine fehlende WLB auf den Grund:

  • Lieben Sie noch das, was Sie jeden Tag in der Arbeit tun? Haben Sie noch eine hohe Freude, Motivation, Interesse?
  • Tun Sie jeden Tag in der Arbeit vor allem die Dinge, die Sie besonders gut können (Ihren Stärken entsprechen)?
  • Hat das, was Sie jeden Tag in der Arbeit tun, noch einen hohen Sinn und Bedeutung für Sie?
  • Brauchen Sie noch mehr Hilfe, Unterstützung, Kooperation, um Ihre WLB endlich umsetzen zu können?
  • Haben Sie zu wenig Erholung, Pausen, Regeneration?
  • Können Sie immer noch nicht so richtig Nein-sagen?
  • Was steht meiner WLB wohl am meisten im Weg?
  • Fehlt es mir an der notwendigen Motivation?
  • Fehlt es mir an Vertrauen, dass ich es hinbekommen kann?

Wenn Sie derzeit noch nicht die WLB haben, die Sie sich wünschen, was sind für Sie die wirklichen Gründe und Ursachen? Schaffen Sie Klarheit. Damit haben Sie bereits 50% der Arbeit geschafft.

Jetzt können Sie sehr viel effektiver genau das tun, was notwendig ist, um diese Ursachen auch aufzulösen.

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Hindernis #5: Fehlende Kraft und Energie

Oh ja, wenn Sie etwas Neues erlernen, Bestehendes verändern und wichtige neue Gewohnheiten sich aneignen möchten, dann brauchen Sie dafür immer auch Energie. Hier meine ich vor allem körperliche Energie.

Nachfolgend drei einfache Dinge die Sie sofort tun können, um mehr Energie zu haben:

1) Hohe Schlafqualität

Weil es sich um so ein wichtiges Thema handelt, habe ich hierzu eine kleine Miniserie mit meinen besten Tips für einen perfekten Schlaf kreiert.

2) Tägliche Erholung / Regeneration und hervorragende E-Tage

Lesen Sie hierzu am besten nochmals den Teil in diesem Beitrag in dem ich über das Thema E-Tage spreche.

Und meinen Beitrag „Das neue Stressmangement – was wirklich funktioniert – Mindfulness“ zum Thema Erholung und Stressmangement.

3) Weg von „Zeug“ und hin zu „Energie“

Es geht darum, dass Sie Ihre derzeitigen Topp-3 „Zeug-Aktivitäten“ erkennen, die Ihnen derzeit die meiste Energie rauben. Und dann auch Ihre Topp-3 „Energie-Aktivitäten“ erkennen, die Ihnen derzeit die meiste Energie geben.

Dann trennen Sie sich bewusst in den nächsten 90 Tage von diesen drei Zeug-Aktivitäten und verbringen bewusst mehr Zeit mit Ihren Top-3 Energie-Aktivitäten. Wiederholen Sie diese Übung alle 90 Tage.

Natürlich haben hier Selbständige und Führungskräfte einen kleinen Vorteil. Denn Sie haben sehr viel mehr Einfluss darauf, was sie tun und stoppen können oder wieviel Zeit Sie mit etwas verbringen.

Für alle, die selbst nur sehr wenig Einfluss auf die Tätigkeiten in Ihrer Arbeit haben, wird es notwendig sein, mit den entsprechenden Entscheidungsträgern darüber zu reden, ob und was Sie stoppen können. Sprechen Sie in jedem Fall mit Ihren Vorgesetzten darüber. Sehr oft helfen diese Ihnen, wenn sie von Ihnen erfahren warum das für Sie so wichtig ist. Einen Versuch ist es allemal wert.

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Hindernis #6: Widerstände

Es ist wieder ganz natürlich, wenn Sie etwas Neues beginnen, dass nicht immer alles gleich klappen wird. Das sich Probleme, Hindernisse, Widerstände auftun. Oder das Sie nicht sofort oder automatisch die Unterstützung von Anderen erhalten werden.

Solche Hindernisse und Widerstände wollen uns nicht sagen, dass wir jetzt aufgeben sollten. Sie zeigen uns vielmehr auf, was wir noch lernen und verbessern müssen.

Ein Hindernis ist für mich vielmehr ein sehr wichtiger Hinweis dafür, dass:

  • mir noch wichtiges Wissen / Informationen fehlen
  • ich mehr Geduld / Zeit brauche
  • ich mehr üben sollte
  • ich mehr Fokus brauche
  • ich weniger tun sollte / mehr tun sollte
  • ich noch etwas zu (er)lernen habe
  • ich noch etwas zu verändern habe
  • ich noch mehr von meinen Stärken nutzen sollte
  • ich mir Hilfe holen sollte

Hindernisse und Widerstände zeigen auf, was noch gelöst werden muss. Es ist ein sehr guter Hinweis für meine persönliche Entwicklung, für meine strategische Planung und letztendlich für meinen Erfolg. Ich sehe sie als meine Sprossen auf meiner Leiter zu meinem Erfolg.

Wenn Sie auf Hindernisse stossen, analysieren Sie diese. Finden Sie heraus, was Sie noch zu lernen und zu verbessern haben. Wenn Sie auf mehrere Hindernisse gleichzeitig treffen sollten, dann betrachten, analysieren und lösen Sie immer nur ein einzelnes Hindernis. Versuchen Sie nie alle gleichzeitig zu betrachten und zu lösen. Erst das eine, dann das nächste. Solange, bis Sie am Ende alle gelöst haben.

Auch hier gibt es eine sehr gute Nachricht. Alle Hindernisse und Widerstände, ganz gleich wie belastend, anstrengend oder stressig sie auch sein sollten, können gelöst werden. Es gibt für ALLES immer auch eine Lösung.

„Das Geheimnis, um voranzukommen, ist anzufangen. Das Geheimnis, um anzufangen, hat damit zu tun, komplexe übermächtige Aufgaben in kleine überschaubare Aufgaben aufzubrechen und dann mit der ersten zu beginnen.“

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Hindernis #7: Der Widerstand, der kein Widerstand ist

Alles im Leben hat seinen Sinn. Selbst wenn man das nicht immer gleich erkennen kann. Probleme, Ängste und Widerstände haben ihren Sinn. Sie können einem ganz eindeutig helfen, besser zu werden. Sie können einen daran erinnern, einen sogar motivieren und inspirieren, dass wir noch etwas zu lernen und zu verbessern haben.

Doch Widerstände können auch noch einen weiteren Sinn haben. Sie können einem helfen etwas, was einem nicht mehr gut tut, endlich aufzugeben. Es kann einem helfen eine Entscheidung treffen zu können, endlich etwas Belastende zu beenden. Damit endlich ein neues, besseres Kapitel, ein neuer Abschnitt, eine neue Reise beginnen kann.

Es gibt oftmals Arbeitsbedingungen, die selbst durch Optimierung und Verbesserung nicht verbessert werden können. Ich denke sogar, wenn man versucht etwas zu optimieren, was man gar nicht haben sollte (weil es einem z.B. einfach nicht gut tut, einem sogar körperlich, geistig und spirituell schadet), ist generell keine gute Idee. Sehr viel besser wäre es in diesen Fällen, endlich das, was einen schadet, zu beenden. Denn erst jetzt hat man ja auch die reale Chance, dass das, was einem Gut tut, beginnen kann.

Was sagt Ihnen Ihre innere Stimme?

  • Ist die Arbeit die Sie derzeit tun, dass, was Ihren höchsten Werten, ihren besonderen Stärken entsprechen und gibt es Ihnen einen sehr starkes Gefühl von Freude und Begeisterung?
  • Ist das, was Sie tun, dass, was Sie wirklich tun sollten?
  • Kann es sein, dass es jetzt an der Zeit ist, einen neuen Weg, einen neuen Beruf zu wählen?
  • Ist das, was Sie gerade tun und erleben, wirklich ein Leben für Sie?
  • Ist dass, was Sie derzeit tun, dass, was Ihnen helfen wird, die für Sie beste Zukunft zu kreieren?“

Balance braucht, um uns auch mittel- bis langfristig gut zu tun, auch so elementare Dinge wie Freude, Sinnhaftigkeit, Bedeutung, Zugehörigkeit und Liebe.

Ein Widerstand kann also auch ein sehr wichtiger Hinweis dafür sein, dass es nicht mehr um Optimierung sondern um eine Befreiung und einen Neuanfang geht.

Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne!

Wir sind nun am Ende dieser kleinen Mini-Serie angekommen. Natürlich ist WLB nicht etwas, um das man sich nur einmal kümmern muss – nur einmal etwas zu tun ist. Vielmehr handelt es sich um einen lebenslanger Prozess.

In jedem Fall hoffe ich, dass ich Ihnen mit meinen Gedanken, Anregungen und Vorgehensweisen helfen konnte, selbst sehr viel aktiver die WLB zu kreieren, die Sie sich für Ihr Leben wünschen.

Es ist ganz eindeutig ein viel zu wichtiges Thema, um es einfach dem Zufall oder Glück zu überlassen.

In jedem Fall freue ich mich auf Ihre Kommentare, Gedanken, Fragen und Erfahrungen zum Thema Work-Life-Balance.

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